„Color.Future.Series.“ von Mareike Hackbarth, Karl-Miescher-Preis 2018

COLOR. FUTURE. SERIES. I.D. BUZZ 2.0 – Gestaltung einer Exterior Farbdesign Kollektion für das Volkswagen I.D. Buzz Serienfahrzeug
von Mareike Hackbarth (HAWK Hildesheim), lobende Erwähnung

„Farbe der Zukunft – Detaillierte und in die Zukunft blickende Arbeit mit viel Potential im Umgang mit Farbe und Farbmitteln im Automobilbereich. Der Wert der Farbe wird in Zukunft noch eigenständiger und elementarer Faktor der Gestaltung.“

„Filme zum Anfassen“ von Mia Krämer, Karl-Miescher-Preis 2018

FILME ZUM ANFASSEN – Gestaltungskonzept zur Darstellung der innerfilmischen Atmosphären in WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN von Lynne Ramsay; von Mia Krämer (HAWK Hildesheim), lobende Erwähnung

„Farbe im Film – Tiefe, persönliche Analyse des Phänomens Farbe im Film, verstärkt den Wert der Farbe für das „Gefühl“ eines Films.“

„Neo Patina“ von Marcel Kreipe, Karl-Miescher-Preis 2018

2. Preis

NEO PATINA – Metallfärbung und ihr Zusammenspiel mit der Druckgrafik von Marcel Kreipe (HAWK Hildesheim)

„Farbe als Archiv – analytische Arbeit, verallgemeinerbar und Vorbild für den Umgang mit dem Medium Farbe (Rezepte), visuell sehr ansprechend. Der Wert der Farbe liegt in der Vielfältigkeit der Gestaltfindung einfacher Materialien.“

Neo Patina: Marcel Kreipe

„Komplementär“ von Theresa Kretsch , Karl-Miescher-Preis 2018

1. Preis

KOMPLEMENTÄR von Theresa Kretsch (Kunsthochschule Weißensee, Berlin)

„Die Masterarbeit KOMPLEMENTÄR beschäftigt sich mit der Farbwirkung von Gestricken unter Beeinflussung ihrer dreidimensionalen Struktur.
Farbe als Designkriterium – Analytisch, hohe Tiefe der Analyse, visuell ansprechend, Übersetzung von Farbkontrasten in konkrete Gestaltung. Farbe wird zum Designkriterium und dadurch zu einem elementaren Wert in der Gestaltung.“

Theresa Kretsch_ Komplementär 

Farbe interdisziplinär diskutiert

Farbexpert/inn/en trafen sich zwei Tage zur Konferenz „Farbe im Design – the Value of Color“ an der HAWK

Gut besucht und erfolgreich: Rund 200 Besucher/innen aus Deutschland und den Nachbarländern fanden sich an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim zur internationalen zweitägigen Konferenz „Farbe im Design – The Value of Color“  ein. Die Tagung, schon seit Wochen ausverkauft, wurde für Konferenzteilnehmer live gestreamt.

Aktuelle Fragen und Forschungsthemen der Farbgestaltung wurden in 29 Vorträgen und zwölf praktischen Workshops präsentiert und diskutiert. Prof. Timo Rieke hatte mit seinem Team an der HAWK Designer/innen, Wissenschaftler/innen, Handwerker/innen, Künstler/innen und Industrievertreter/innen gewinnen können, um disziplinübergreifend und kooperativ die Zukunftsthemen der Farbe zu debattieren.

„Der Mehrwert liegt darin, dass wir als Disziplin oftmals alleine dastehen – Farbe ist nicht so etabliert wie Produkt- oder Grafikdesign und immer noch ein Nischenthema“, sagte  Prof. Rieke. „Alle Menschen hier sind aus der Profession Farbe, man versteht sich hier. Die Tagung ist genauso ausgelegt, dass wir vom Handwerk über die Wissenschaft zum Design und zur Kunst alle Spielarten der Farbe abbilden.“

Begrüßt wurden die Teilnehmer/innen von Dr. Marc Hudy, dem Präsidenten der HAWK: „Solche Tagungen machen uns sichtbar“, betonte Hudy und hob den besonderen Charakter der Veranstaltung hervor: „Diese Tagung ist ganz typisch für unsere Hochschule: sie ist interdisziplinär – und das macht auch die Lehre und Forschung der Fakultät mit ihren verschiedenen Kompetenzfeldern aus.“ Solch ein Austausch auf Tagungen sei sehr wichtig für die Hochschule, zumal die Fakultät Gestaltung eine besondere Strahlkraft in die Fachwelt hinein und nach außen entwickle.

Prof. Timo Rieke zog am Ende ein sehr zufriedenes  Fazit: „Ich sehe heute viele strahlende Menschen und hoffe natürlich, dass sich auch der Standort Hildesheim in den Köpfen der Teilnehmer einprägt hat und wir die eine oder andere Kooperation auf die Beine gestellt haben.“

Mitveranstaltet wurde die Konferenz vom Deutschen Farbenzentrum mit Sitz an der Bergischen Universität Wuppertal.

Kevin Momoh

ERÖFFNUNGSVORTRAG – Farbe im Design – The Value of Color, Timo Rieke, 2018

Sehr geehrt Damen und Herren! 

Vielen Dank an die Worte des Präsidenten der HAWK Dr. Marc Hudy! 

Farbe wird viel zu oft mit Buntheit verwechselt und doch ist es genau die Buntheit, welche der Farbe ihre Qualität verleiht! 

Farben sind der Faktor X, der Produkten, Medien, Räumen und Orten Inhalt und Emotion verleiht. Farbe ermöglicht stimmiges, nachhaltiges, identifizierbares und zeitgenössisches Design. Dabei sind die Farben, welche uns umgeben, Symptom und Akteur zugleich. Die Analyse und die Verwendung von Farben spiegelt und generiert Haltungen, soziokulturelle Bezüge, sensuelle Prägungen und funktionale Entwicklungen. Für Designer ist Farbe Ausdrucksmittel in einer Welt, die immer bunter wird und in Aufmerksamkeit verliebt erscheint. Eine lexikalische Farbenlehre, in der bestimmte Farben bestimmte Funktionen übernehmen, gibt es dabei nicht mehr. Farbe ist viel mehr zu einer Sprache geworden, die ihren Inhalt aufgrund digitaler, medialer Erfahrungen ständig zu ändern scheint. 

Schon lange werden keine Farben mehr verkauft, sondern Erlebnisse. Storytelling, Moodmanagement, Color-Consulting und Service-Design prägen das Farbdesign der Zukunft. Trends wie Neuromarketing oder Sensory Branding entdecken das multisensuelle Potenzial der Farbe gerade erst. 

Während die Konsumseite der Farben sich extrem diversifiziert und beinahe unüberschaubar wird, gerät die Essenz der Farben immer mehr in den Hintergrund. Menschen, so scheint es, beschäftigen sich lieber mit der neuesten Trendfarbe als für die nachhaltige Entwicklung ihres Stadtquartiers oder der Produkte, die sie umgeben. Die Faszination der Zukunft spielt sich derzeit im Tablet ab und nicht in der Wandgestaltung. Dabei ist die Stärke der Farben im Sinne der menschlichen Wahrnehmung nicht ihre Wandelbarkeit, sondern ihre Konstanz. Vernachlässigen wir im Streben nach den perfekt gerenderten Bildern der Zukunft die Gegenwart? Was können wir aus diesem Dilemma für die Zukunft lernen? Wie können wir Neugier für die Essenz der Farben im Heute erreichen? 

Der Philosoph Slavoj Zizek proklamiert, dass wir Klischees brauchen, um uns selbst in der Gesellschaft zu verorten und zu orientieren. In diesem Sinn brauchen wir besonders in Zeiten des Wandels neue Klischees, um der gewünschten Zukunft ein Gesicht zu geben. Wir als Theoretiker, Architekten und Designer sind letztlich damit beschäftigt aus den alten Klischees neue Visionen zu entwickeln und zu verorten. Daraus wächst eine Verantwortung.

Wenn Farbe keine rein persönliche Geschmacksentscheidung sein soll, so wird sie zur gesellschaftlichen Aufgabe. Und dann geht es darum, identifizierbare Räume und Objekte zu schaffen, die Funktion, Sensualität und Kultur im Bezug auf Raum und Form optimal einstellen. 

Die Konferenz in Hildesheim bietet die Plattform für bewusste Gestaltung mit Farben unter Berücksichtigung von Wissenschaft, Kunst und Design, Architektur, Handwerk und Industrie. Lassen Sie uns – nicht nur heute und morgen – gemeinsam die Hintergründe von Farben im Design betrachten und eine Vorstellung für die Zukunft entwickeln.

Ich bin Timo Rieke und Professor für Farbdesign an der HAWK und darf Sie hier sehr herzlich begrüßen.

Ein Jahr habe ich an der Konferenz gearbeitet und ich erinnere mich noch gut, dass das Konzept im Krankenhaus entstand, verunfallt beim Badminton mit unserem Dekan.  Just an dem Tag, an dem ich auf die Professur berufen wurde. Wenn das für ein Zeichen ist, weiß ich auch nicht genau, zumindest hat es zu dieser Tagung geführt. Und ich spüre eine große Erleichterung, dass dieses Jahr mit vielen Anstrengungen und Wandlungen nun mit so vielen bekannten und freundlichen Menschen endet. 

Die Konferenz ist für mich aber kein Abschluss, sondern vor allem ein Aufbruch, mit Ihnen zusammen am Wert der Farbe zu arbeiten und diesen in die Welt zu tragen. Die Multidiziplinarität der Farbe macht sie nämlich zu einer Zukunftsdisziplin. Farbdesign ist intermodal und fordert einen sehr offenen Blick auf die Gesellschaft.

Ich freue mich, dass wir so viele Vertreter unterschiedlicher Disziplinen der Farbe heute und morgen bei uns begrüßen dürfen! Vom Design über das Handwerk, von Künstlern zur Industrie und von der Wissenschaft in die Praxis ist es hier ein kurzer Weg.

Das Programm findet an zwei Tagen, in zwei unterschiedlichen Settings statt. Heute sind wir hier am Hohnsen 2, zu Gast bei der Fakultät Bauen und Erhalten. Es gibt heute nur dieses Plenum und verbringen den Tag hier zusammen. Es wird kleine Pausen geben, in den Pausen werden Sie verpflegt, das Catering finden Sie von mir aus auf der linken Seite. 

Nach jedem Vortrag haben sie die Möglichkeit, kurze Fragen zu stellen, nutzen Sie aber ach die Gelegenheit die Vortragenden danach persönlich anzusprechen. 

Das Thema der Tagung wird dann um 18:00 Uhr, geleitet von Moderatorin und Designerin Christina Loock, diskutiert.

Heute Abend findet im Anschluss die Mitgliederversammlung des Deutschen Farbenzentrums statt, um 19:00 Uhr bis ca. 20 Uhr in Haus A auf dem Campus Weinberg. Folgen Sie einfach den Menschen, dann finden wir gemeinsam den Weg. Oder Sie schließen sich der Gruppe an, die um 19:00 Uhr, startend vor dem Gebäude, einen kurzen, geführten Stadtspaziergang macht, es gibt eine Kapazität von 50 Menschen.  Start, wie gesagt, hier vor dem Gebäude! 

Sie werden dann zum Campus Weinberg zurück gehen, wo wir uns ab 20:30 zum Meet&Greet zusammenfinden. Für Verpflegung ist dort gesorgt!  Es besteht dann dort auch die Möglichkeit, sich schon für Workshops am Samstag einzutragen! 

Um 21:30 Uhr gibt es einen Schnipselvortrag zum Thema Color Grading, Farbe im Film, von Lutz Forster im Hörsaal am Campus Weinberg und zeitgleich eine Performance mit der Tanzgruppe Ars Saltandi, die eine Studentin zusammen mit der Gruppe entwickelt hat. 

Um spätestens 23:00 Uhr sollten wir dann enden, damit noch etwas Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Tag bleibt.

Der Samstag wird wahrscheinlich unruhiger! 

Vorträge finden im Hörsaal in Haus A statt,  das Farbdesignforum in Haus E und Workshops über den Campus verteilt. Eine Raumbezeichnung finden Sie im Programm und bei der Anmeldung, folgen Sie den farbigen Linien und den Beschriftungen der Gebäude! Haus A, B, C, D, E. Zeit zum wechseln der Räume sollte reichen.  

Die Räume haben bestimmte Kapazitäten, daher kann es an der ein oder anderen Stelle eng werden. 

Leider können nicht alle die Vorträge im Hörsaal sehen, daher gibt es auch die Möglichkeit den Live-Stream in Haus A im ersten Stock aufzusuchen. Das ist erfahrungsgemäß ganz angenehm.

Die Inhalte haben Sie schon in unserer Broschüre gelesen, markieren Sie sich einfach, was Sie interessiert! Melden Sie sich vor allem für Workshops an! Vom Pigment zum Pixel finden Sie bereichernde und sehr praktische Übungen.  Im Farbdesignforum spricht unter anderm der Nachwuchs, was ich für besonders spannend halte! Denn viel dieser Inhalte sind neu und ganz besondere Impulse für Designpraktiker. 

Den Büchertisch finden Sie in Haus E, eine Ausstellung im Raumlabor auf dem Parkplatz und die Ausstellung des Karl-Miescher-Preises in Haus A. Klingt kompliziert, ich bin aber sicher, Sie kommen schnell zurecht. Fragen Sie ansonsten die Studierenden, zu erkennen an diesem Band. Die wissen, wohin sie müssen.

An dieser Stelle, als Vorspann, danke ich dem gesamten Ausstellungsteam, das die Tagung realisiert hat. Ich wünsche eine gute Tagung! 

Foto: Kevin Momoh

Mark Gutjahr: We drive Color

The emotional side of a high performance material.
Car colors not only serve multiple purposes from UV-hiding to corrosion protection, but always add an emotional layer to underline the fascination of the high tech products they protect. In search of the future we created different processes and ideation tools to be able to translate the audiences not-already-known-wishes into car paint that will fit the product and last long enough to not get out of fashion.

Bio:
Not only since he drives cars, his blood was infected by the auto-virus – so finally Mark became an expert in automotive color. After studying design at the KISD, Cologne and graduating there, he worked for numerous companies from furniture to exhibition, from materials to colors. With his skills in trend research and transferring it into/onto designs and surfaces, he started to work with BASF since 2004 on various projects. In 2011 he headed the EMEA design team at the Coatings Division where they work with the automotive industry in search of future color directions.

Hardy Seiler: #FFFarbe.

Hardy Seiler, geboren 1987, ist ausgezeichneter Designer, Art Director & Gründer von Bureau Hardy Seiler, ein Designbüro für Corporate, Editorial, Grafik- und Webdesign sowie Dozent und Initiator diverser Projekte und Veranstaltungen. Das Bureau Hardy Seiler existiert seit 2009 mit Anfängen in Berlin, hat seinen Sitz heute in Hannover und arbeitet in zahlreichen Projekten zusammen mit anderen Experten, um komplexe Aufgaben zu lösen. Zu den nationalen und internationalen Kunden gehören u.a. Google, The Huffington Post, Science Museum London, NVIDIA, Direktorenhaus Berlin, Illustrative Festival, Freies Theater Hannover, Schlütersche Verlagsgesellschaft und Musikland Niedersachsen.

CV:
2007 – 2012: Studium Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Grafik an der Hochschule Hannover (Bachelor of Arts).
2009: Praktikum und Freelancer vektorfarm, Berlin.
2009: Gründung Bureau Hardy Seiler.
2011: Gemeinsame Gründung des Coworking Space Edelstall in Hannover.
2012 – heute: Entwicklung und Organisation des Events Out The Box, einer Veranstaltungsreihe, die einflussreiche Grafikdesigner einlädt, um über Dinge zu reden. Zu Besuch waren unter anderem Eike König, Deutsche & Japaner, Mario Lombardo, Andreas Uebele, Peter Zizka, Trapped in Suburbia und Patrick Thomas.
2016: Gemeinsame Gründung des Formatvereins. Der Verein für Formate, thematisch aus der Schnittmenge von Kunst, Kultur und Gesellschaft, schafft Raum für Diskurs über die großen und kleinen Fragen von heute und morgen.
2016: Gemeinsame Gründung der Hafven GmbH. Auf mehr als 2.000 qm werden Coworking und Maker Space, FabLab, Holz- und Metallwerkstätten sowie ein eigenes Café vereint. Diesen offenen Raum nutzen mittlerweile über 1000 Mitglieder, darunter Solo-Selbständige, Angestellte, Startups und Konzerne.
Auszeichnungen: German Design Award (mehrfach), European Design Award, ADC Nachwuchswettbewerb und red dot award: communication design.

Axel Buether: Evidenzbasierte Farbgestaltung

Industriemessen rund um die Welt belegen die stetig wachsende Bedeutung des Farbdesigns, das immer häufiger zum entscheidenden Verkaufsargument wird. Wo sich die technischen Spezifikationen von Produkten annähern, bietet das Farbdesign einen Weg zur Individualisierung. Hochwertiges Farbdesign steigert die Attraktivität, Wiedererkennbarkeit und Aussagekraft von Produkten aller Art. Damit steigt auch die Notwendigkeit evidenzbasierter Farbgestaltung, denn durch die Produktion, Lagerhaltung und den Vertrieb von Industrieprodukten entstehen den Unternehmen hohe Kosten. Ästhetische Konzepte müssen nicht mehr nur durch gestalterische Argumente, sondern durch Vergleichsanalysen und Forschungsergebnisse belegt werden. Was für Industrieprodukte gilt, gewinnt zunehmend auch für die Raumgestaltung an Bedeutung. Ein geeignetes Ambiente kann entscheidend zum Ziel der Nutzung beitragen und damit auch den Erfolg der Investition sichern. Fehlentscheidungen können das Gegenteil bewirken, was der Farbgestaltung große Verantwortung auferlegt, die sich in der öffentlichen Wertschätzung und dem Planungshonorar widerspiegeln muss. Was können Farbgestalter tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden? Wie können wir die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit einer evidenzbasierten Farbgestaltung überzeugen und damit die Grundlage auskömmlicher Planungshonorare schaffen?

Kurzvita Prof. Dr. Axel Buether
Handwerksausbildung zum Steinmetz; Studium der Architektur in Berlin und London; Realisierung zahreicher Projekte in Architektur, Design und Medienkunst;

Promotion im Grenzbereich von Neuropsychologie und Gestaltung zum Thema „Semiotik des Anschauungsraums – Die Bildung der räumlich-visuellen Kompetenz“; Autor zahlreicher Publikationen wie „Farbe – Entwurfsgrundlagen Planungsstrategien visuelle Kommunikation“;

seit 2006 Vorsitz „Deutsches Farbenzentrums – Zentralinstitut für Farbe in Wissenschaft und Gestaltung“, Ausrichtung von Fortbildungen, Fachkonferenzen und Wettbewerben, Herausgeber Bildungsplattform colour.education und Mitherausgeber Wissenschaftliches Journal colorturn.net;

2006–2012 Professur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) im Lehrgebiet „Farbe Licht Raum“;

2012 Ruf auf die Professur „Kreativität und Wahrnehmungspsychologie“ der Hochschule Hannover

2013 Ruf auf die Pro­fes­sur „Gestal­tung und Gestal­tungs­theo­rie“ der Uni­ver­si­tät Sie­gen

seit 2012 Professor an der Bergischen Universität Wuppertal für das Lehrgebiet „Didaktik der Visuellen Kommunikation. 2012 Gründung Forschungslab „Farbe Licht Raum“; Empirisches Farbdesign in den Bereichen Produkt, Bildung und Gesundheit.

Jessica den Hartog: Recolored – A new way of recycling

A personal interpretation on the possibilities of recycled plastic. A material with its own quality and identity. The research arose from the preference to work with the material plastic and the absence of aesthetics in its recycling.

As a designer I started a research that serves as a library of colors and materials in a never ending process. All the possibilities of recycled plastic into new materials to provide me and others with aesthetic materials made from waste and 100% recycled.

During the process I focus on the plastic HDPE. HPDE in household goods or household waste is used in: packaging of detergents, personal care products and food. Started with a bale of HDPE plastic and separating this by color, I sorted, washed and recycled all by hand.

The material is recycled by means of the following industrial techniques: shredding, extrusion and compounding, injection molding, rolling, pressing and film blowing.

This gave me the opportunity to search for the limit of usefulness, technique, color and experiment. This boundary of opportunities and knowledge from the industry and myself excited me to walk new paths.

The ways in which materials and colors are used in the process will most likely change. It is a new way of thinking. It started from experimenting with materials and colors that already exist, to give them a second life, a better life.

Karine Steculorum: Color Navigator

I am a color navigator and can say that I am a true color addict. Not only by working and researching projects for many years in the creative field but also as partner of the company Color Navigator based on The Color Research Center, founded in 1995 by Ing. Luc Van Renterghem. Together with his research team, Van Renterghem examined how our brain interacts with color. The patented Color Navigator System is considered an authority when it comes to color and neuropsychology. My mission is to help companies understand the impact of color in every aspect of their business and apply it in their communication, design and innovation strategy. I coach companies to make the right color & design choices and create measurable results.
For me, color is the place where our instincts meet.

Why is color so important?

In 85% of all buying decisions, color is the dominant factor. Two thirds of everything we process and remember is visual. Colors are wavelengths of light that have an enormous influence on us. They have a permanent impact on our daily lives, our state of mind, performance, hormonal state, metabolism and so much more. And still, color is one of the most neglected and underappreciated aspects in design & development, as well as in most creative education programs in the world.
Color impacts your company results every minute. Any communication or advertisement of your brand, product range or project uses color in a certain way. Our brain will subconsciously pick-up your message based on the visual components. The question is: is the right message conveyed?

The right colors sell. But the right color for the right consumer in the right country sells even better. That is how our Color Experts use the ground-breaking Color Navigator System to eliminate any doubt. By making a clear color profile and developing tailored made Color Dashboards based on your market data and target audience, we are able to predict and map which colors will work. Better yet, these improvements are measurable over time and can be used at any level. Communicating those choices across divisions has never been easier.

We work together with independent and international color experts as well as art institutes & universities, where the Color Navigator System is part of an educational or research program involving color. We invest heavily in offering support to the color and creative professionals of tomorrow, we believe sharing knowledge with other professionals is key!

Prof. Dr. Paul W. Schmits: Lichtlabor

Im Lichtlabor sind ein Laser-Licht- Kunstwerk von Lene Weisner und drei Abschlussarbeiten zum Thema Licht und farbiger Oberflächen zu sehen. Diese werden in der Workshopzeit vorgestellt und diskutiert.

  • Wahrnehmungsunterschiede zwischen Licht- und Körperfarben: David Ruland
  • Biologische Wirksamkeit von Beleuchtung in Farbig gestalteten Räumen: Gregor Gärtner
  • Raumhelligkeit bei verschiedenen Wandoberflächen: Paul Matyschok

Prof. Paul W. Schmits leitet seit 2009 das Kompetenzfeld Lighting Design an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK, Hildesheim. Zuvor war er 26 Jahre in der Leuchten-Industrie tätig Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind Lichtplanung, Wahrnehmung und Leuchten-Entwicklung. Er ist Mitarbeiter in zahlreichen Gremien und Organisationen u.a. im Technisch-Wissenschaftlichen Ausschuss der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft, Vorsitzender des Expertenforums „Innenraumbeleuchtung“, stellvertretender Vorsitzender des DIN Fachnormenausschusses „Innenraumbeleuchtung“ und deutscher Delegierter im CEN TC 169, WG2.
Seine beruflichen „Hobbys“ und „Treiber“ sind: Brückenbauen zwischen Licht-Technikern und –Designern; Entwurf einer auf Wahrnehmung basierenden Lichtplanung; Neugierde auf – noch – bessere, schönere und gesündere Beleuchtung.

Mark Braun: Farbe + Produkt, eine Sprache ohne Worte

Für mich ist der Wert der Farbe untrennbar mit Funktion und Identität im Produktdesign verbunden. Farbe als assoziative Sprache ohne Worte, die gekonnt eingesetzt dem Produkt erst Leben einhaucht ohne dabei zwingend modisch zu sein.

Vita: Mark Braun runs his own design studio in Berlin since 2006. His portfolio extends projects for several companies like Conmoto, hem, Lobmeyr, Northern, Nomos Glashuette, Thonet and many more. His products were honored with various awards, like IF Award, Red Dot, German Design Award and more. His studio editions have been on show at well known galleries like S. Bensimon, Paris and Libby Sellers, London and others.
Beside his studio projects Mark Braun has been visiting professor and guest lecturer at diverse universities such as HKD Burg Giebichenstein, Halle or ECAL Lausanne. Since 2015 he is professor for Industrial Design at HBK Saar.

Studio Mark Braun

Studio Besau-Marguerre: Die Umkehrung des White Cube

Die Umkehrung des White Cube vs. drei markante Farben
Elbphilharmonie vs. About You

Zwei Projekte eine Haltung – Wir sind Produktdesigner, Interior Designer, Stylisten und Visual Merchandiser. Wir denken von der Form und Funktion bis zur Farbe und Materialität, immer das Projekt und das große Ganze im Auge. Dabei begleiten uns grundlegende Fragestellungen:

Wie erleben wir Objekte und Raum?
Wie interagieren wir mit ihnen?
Wie benutzen wir sie?
Wie erinnern wir uns an sie?  

Wir geben Einblicke in unsere beiden Hamburger Interior Projekte. Der Möblierung der Elbphilharmonie, dem neuen Ort der Musik, in einem bemerkenswerten Gebäude von Herzog & De Meuron, sowie der Möblierung des Hamburger Fotostudios von About You, einer jungen und quirligen Modemarke.

Projekt: About You Interior Fotostudio
Konzept und Umsetzung: Studio Besau-Marguerre
Zeitraum: März bis Oktober 2017
Photo: Silke Zander www.silkezander.de

Axel Venn: Marketing mit Farben, Workshop

Bildsprachen im Übertönungswettbewerb
oder der Kampf um die ultimative Verlockung. 

Gemeinsamer Versuch der Teilnehmer eine Nomenklatura der nützlichen, idiotischen, nervigen aber auch zeitgeistigen und unterhaltsamen Tonlagen zu definieren.

Bildtitel mit polarisierenden Inhalten werden getextet und in Farbskizzen übersetzt. Weitere Themen und Formate sind vorgegeben, so u.a.:

  • Realität und Klarheit versus Fake und Betrug.
  • Ordnung und Ortung versus Unordnung und Chaos.
  • Bedeutsames und Einfaches versus Belanglosigkeit und Fiktion.

Material für Mitarbeit der Teilnehmer wird gestellt.

Markus Schlegel: System Color Codes – Hildesheimer Modell

Der Titel widmet sich einem Thema welches in der Wissenschaft seit spätestens dem 18. Jhdt. auf der Tagesordnung steht. Nämlich dem Drang, unabhängig von Subjektivem, den Weg zu objektiver Erkenntnis und Wissen zu gehen. Dieser Ansatz läuft auf die wie auch immer geartete Messung von Farbe und Wahrnehmung, auf Experimente und forschende Beobachtung mit objektivierbaren Instrumenten hinaus. Auch die Farbgestaltung steht somit wie vieles in der Gestaltung unter Beweispflicht. Was ist der objektive Wert von Farbe in der Gestaltung? 

„System ColorCode“ wagt den Ansatz das vielschichtige Thema Farbe in der Konzeption, der (forschenden) Gestaltung, Betrachtung und Bewertung zu systematisieren. Größen wie zum Beispiel der monetär, ideell oder technisch messbare Wert einer Farbe sind oft wenig greif- und vergleichbar aber Teil des Systems. Farbe als visuelle, kulturelle und ästhetische Codierung, als Leseebene für Natur, Stadt, Raum, Produkt, Objekt und Kommunikation ist schier unendlich und nach unserer Auffassung in den Grundzügen dennoch strukturier- und decodierbar und somit qualitativ bewertbar.

Der Ansatz „System ColorCode“ geht davon aus, gestalterische Prozesse und Einstellungen bezüglich Farbwirkung auf uns Betrachter ein Stück weit methodisch und strategisch steuerbar zu machen. Ziel ist, das, was tatsächlich objektiv bewertbar ist oder zu sein scheint, für Lehre und Wissenstransfer als System herauszuarbeiten um damit zukünftige ColorCodes bewusst und sicher einzustellen zu können.

Der Beitrag soll als Auftakt zur Tagung mit dem Titelt >> the value of color << Positionsbestimmung, Aushandlung zur Sprachregelung, pragmatische Denkmodelle und praktische Wege zu möglichen Bewertungsmaßstäben über systematische Farbgestaltungsprozesse aufzeigen. Das Hildesheimer Modell zeigt dabei anschaulich wesentliche gestalterische Anwendungsfelder und darin erprobte Farbstrategien. 

Kurzvita

Markus Schlegel ist ordentlicher Professor für Farb- und Architekturgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. 2004 gündet er das Institute International Trendscouting an der HAWK Fakultät Gestaltung mit Schwerpunkt Zukunftsforschung in der Gestaltung. Seit 2008 ist er aktives Mitglied des Dekanats als Studien- und Prodenkan. Neben Industriecoaching und Farbforschung konzipiert und kreiert er in diesem Zusammenhang Kollektionen, Farb- und Materialkonzepte für Innenräume und Fassaden sowie Farbmasterpläne. Er ist Mitinhaber des Designbüros ColorConcepLab und Kurator des Deutschen Farbenzentrums eV. und vertritt dort das Resort Zukunftsforschung Farbe. Schlegel ist in viele unterschiedliche Projekte involviert, hält Vorträge und veranstaltet Weiterbildungskurse, ist Jurymitglied von mehreren Wettbewerben und Verfasser zahlreicher Publikationen, stets zum Thema Farbe und Materialität in der Architektur und der Zukunftsforschung.

Justine Fox: Considering Color – The Branded Environment

Color is often one of the last considerations in design and professional specification and yet it is the first attribute to be processed by our brains when we interact with a product or space. This presentation takes a conscious journey through our subconscious associations and physically responses to hue, tint and tone to understand how we use color in reflecting global trends. We’ll look at how these colors should be adapted to make a real connection between brand and audience that affects consumer purchasing.

Justine Fox Bio

Justine Fox is a color expert and creative director with over 13 years’ industry experience. She works closely with brands to develop their unique storytelling through color in product and communications in her consultancy Material Color. Her diverse global client base includes companies from accessories, art, automotive, branding, coatings, electronics, eyewear, flooring, food services, homeware and solid surfaces.

Responding to requests from industry, Justine recently co-founded Calzada Fox, a new educational color consultancy. Its mission ‘Untold Ideas’ aims to democratize color and empower professionals through the development of their understanding and use of business focused color.

Justine is an experienced speaker on colour design having held seminars and hosted workshops both privately and at some of the most exciting design exhibitions around the world. She’s a member of the Colour Group GB and an advisory expert for the NCS Global Trend Program.

Nathalie Pagels: Die Farben von Miami Beach

Der historische Art Deco Distrikt in Miami Beach, erbaut zwischen 1923-1943, ist die größte Ansammlung historischer Gebäude desselben Stils weltweit. In seiner kurzen Geschichte hat er große farbige Wandel erlebt. Was sind die Parameter die zur farbigen Wandlung eines ganzen Viertels führen können? In wie weit lässt sich Farbe „verordnen“? Gibt es mehr als einen Zeitgeist? Ein bildgewaltiger Rückblick in die Geschichte, mehr spielerische Frage, als Antwort.

Vita Nathalie Pagels

Nathalie Pagels, Dipl. Farbberaterin ICA, lebt und arbeitet als freischaffende Farbkonzepterin in Düsseldorf. Sie ist für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber, Privatpersonen und die Industrie tätig. Sie hält Vorträge und gibt Seminare, in denen sie der Farbe und ihrer Anwendung zu dem Stellenwert in der Gesellschaft verhelfen will, der ihr gebührt.

Tomislav Topic und Thomas Granseuer (Quintessenz): Farbe formal im Raum

Farbe ist oft nur letzte Entscheidung in einem komplexen Entscheidungs- und Kreativprozess. Letztendlich ist der Einsatz in diesem Prozess „nur“ formunterstreichend. Die Studien von Quintessenz können als Suche nach der Bühne für die Farbe bezeichnet werden.
Welche Form und welches Konzept benötigt die Farbe um im Vordergrund stehen zu können?
Kann man den Betrachtern die Relevanz von Farbe auf emotionaler Ebene vermitteln? Wo ist die Grenze zwischen nur Form und Farbe und gibt es überhaupt eine? Kann man Farbe in ihrer Form so oft wiederholen das die Form verschwimmt und in den Hintergrund tritt? Der Vortrag handelt von diesen Erfahrungen und Erkenntnissen, von Studien und Experimenten in denen die Farbe immer wieder der Ausgangspunkt ist.

Die in Hannover und Berlin lebenden Künstler Thomas Granseuer und Tomislav Topic bilden zusammen Quintessenz. Seit ihrem gemeinsamen Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim (HAWK) haben Granseuer und Topic eine ganz eigene, unverkennbare Handschrift entwickelt. Sowohl im Graffiti, als auch der Farblehre beheimatet, variieren und verbinden Quintessenz gekonnt Malerei, Film und Installation. 

Die Arbeiten von Quintessenz leben von der Auseinandersetzung mit dem Raum. Ihre Werke speisen sich einerseits aus den Formen der Architektur und greifen wiederum aktiv in diese ein. Ganze Fabrikkomplexe dienen ihren Farben als Leinwände, die Installationen sind raumgreifend und ihre Murals bedecken ganze Fassaden. Ob nun im öffentlichen Raum oder der Galerie, ob dreidimensional oder in der Fläche, ihre abstrakten und ungegenständlichen Arbeiten haben hierbei stets eines gemein: Ihre Kunst schafft formal Raum für die Farbe. Farbe ist für Quintessenz jedoch nicht nur bloße Form, sie ist ihr Inhalt gleichermaßen.

English version: Together, the Hannover and Berlin-based artists Thomas Granseuer and Tomislav Topic constitute Quintessenz. Starting out as students at the University of applied Science and Arts in Hildesheim, they developed a unique an unmistakeable signature style. With roots in both grafitti-culture, graphic design and chromatics, Quintessenz combine painting, moving image, and installation.

Space is the fundamental inspiration for Quintessenz. Their work not only uses shapes and patterns found in architecture, it interferes with its environment, changing the spectators perception (of space). Quintessenz use old factory buildings as their canvases, with their murals covering entire facades. In every medium they use, both in public spaces and galleries, their abstract work shares one thing in common: their art makes/creates space for its color. To Quintessenz, color is more than form. It is the content itself.

Lutz Forster: Color on Stock – Farbe im Film

„It easier to make color look good.
But harder to serve its story“ R. Deakins

Farbe als psychologischer Prozess im visuellen Geschichten erzählen. Farbe als Hauptattribut um den Filmverlauf zu beeinflussen.

Neben Farbharmonien wird Farbe im Film genutzt um bedeutendere Dinge einer Geschichte zu erzählen, so wie voran zu treiben.

Psychologisch ist man in der Lage mit nur einer Nuance eine unterbewusste Stimmung bei dem Betrachter zu erzeugen.

Sei es eine Ära, eine Transformation, die Entwicklung eines Charakters oder auch die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.

Lutz Forster – KURZPROFIL

Lutz Forster, C.S.I. arbeitet als Vollzeit Digital Colorist in Berlin. Während seines B.A. Abschluss an der HAWK Hildesheim begann er in einer Produktionsfirma für Werbefilm und Musikvideos tiefere Schritte in das Feld der Nachbearbeitung von Bildmaterial zu machen. Dabei lag das Hauptaugenmerk in der Farbkorrektur und dem Color Grading von gedrehten Bildmaterial. Er Arbeitet zur Zeit als Freelancer an nationalen und internationalen Produktionen und ist seit Anfang 2017 ein volles Mitglied der Colorist Society International.

Sein Feld bedient dabei Spielfilm, Werbefilm, Serien und Musikvideos.

Ina Birkenbeul: Back to the Roots, natürliche Pigmente

Back to the Roots – ein Workshop mit natürlichen Pigmenten
Haus D, Werkstatt für historische Techniken (HIWD107)
Nach lauter digitalem Farb-Rauschen kann hier mit bunten Werkstoffen und Händen gearbeitet werden: Farbige Erdklumpen, Holzkohle und Löschkalk werden mit Hämmern zerschlagen und mit Mörsern in feine Farbkrümel zerkleinert. Diese pulverisierten Pigmente werden mit Eiern angerieben. Mittels Lochschablone und Paussäckchen kann ein florales Motiv übertragen und die frisch hergestellte Farbe verarbeitet werden. Daneben gibt es viele Einblicke in die praktische Ausführung von historischen Mal- und Fasstechniken, zum Beispiel zur bemalten Holzdecke in der Michaeliskirche in Hildesheim, zur Vielfalt von Vergoldungstechniken, zu Arbeitsproben von Studierenden und auch zu historischen Holzveredelungstechniken. Die beiden Restaurierungswerkstätten für gefasste Holzobjekte/Gemälde und Möbel/Holzobjekte können besichtigt werden.

Kurzprofil Ina Birkenbeul
Ausbildung zur Restauratorin in Osnabrück, Hamburg und Hildesheim
Diplom-Abschluss 2002 an der HAWK
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HAWK in den Studiengängen Konservierung und Restaurierung

Leiterin der Restaurierungswerkstatt für gefasste Holzobjekte und Gemälde

  • Betreuung der Studierenden bei den praktischen Arbeiten am Objekt, praktische Übungen, Projektwochen
  • Lehrveranstaltungen zu historischen Techniken, Konservierungs- und Restaurierungstechniken und –verfahren
  • Begeisterung für historische Mal- und Fasstechniken wecken und das Auge schulen für die genaue Betrachtung

Lisa Kempf: MoodLab

Jeder von uns hinterlässt Spuren. In „Moodlab – Leftover Harmonies“ geht es aber nicht um die üblichen Fuß-oder Fingerabdrücke, sondern um die, die wir hinterlassen, wenn wir etwas gestalten. Jeder Kratzer auf dem Werkzeug, jeder Farbrest auf dem Pinsel – alles Nebenprodukte stetiger Benutzung. Entstandene Farbkollektionen zeigen Spuren der Gestaltung – in einen anderen Kontext gestellt, analysiert und beschrieben. Farbharmonien und -kontraste inspiriert von gestalterischen Hinterlassenschaften.

Lisa (*1995) hat im Februar 2018 ihr Bachelor-Studium an der HAWK in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Farbdesign erfolgreich abgeschlossen. Ihre Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit Spuren der Gestaltung. Sie hat sich auf Farben, Haptik und Oberflächen sensibilisiert, kann mit Mustern, Moodboards, Farbtrends und Collagen umgehen. Hat bereits Farbentwürfe erstellt und Designprozesse von der Idee zum Prototyp durchlaufen. Aber vor allem hat sie Freude am experimentellen Gestalten.

Jörg Niederberger: fou l’Art

«renkleri ve Şekil – Farben & Formen«

In mehrtägigen Workshops erlernen und entwickeln Frauen und Mädchen der Werkstätten im Çatom von Kızıltepe/ Mardin, ganz im Südosten der Türkei nahe der syrischen Grenze, spielerisch einen neuen Blick auf ihre ureigenen Quellen und Ressourcen, um daraus hervor neue Gestaltungen zu entwickeln. Anfangs Übungen, die bald zu praktischen seriell anwendbar reifen Lösungen finden für Foulard, Pareos oder Kopftüchern; Accessoires, die den ausführenden Frauen selber nicht unbekannt sind.

Um, weit ab von gestalterischen Vorgehensweisen, die aus Entwürfen geschehen, die nicht in Ahnentraditionen ihre Wurzeln haben, sondern individuelle Züge tragen dürfen, oder gar sollen, ging es darum, gestalterischen Verfahren zu finden anzuwenden, die umgehend zu Erfolgen führen.

Mittels eines simplen Design-Verfahrens, einer eigentlich großen Einschränkung, ließ sich eine vielfältige Art von vergleichbarer »Einheit« bilden, bei der die gestalterische Autorschaft zurücktritt und gleichzeitig dennoch die gestalterische Intelligenz preisgibt.

Durch serielle Verfahren ästhetisieren sich die verschiedenen Handschriften und entwickeln sich zu einem gestalterischen Ausdruck einheitlichen, doch freien Charakters, der sich gemeinsam erüben lässt.

Neben Ideenfülle wird auch Geduld und Fleiß geschult. Herkunft, ideeller Ansatz, Ausgeklügeltheit oder sich repetierende Abweichungen, verraten nicht mehr den Stand der Schaffenden als Anfänger oder Fortgeschrittene, denn in repetitiven Verfahren ästhetisieren sich die unterschiedlichen »Entwicklungsstufen« und können dennoch einzigartig »schön« sein.

Im Workshop wird das Projekt vorgestellt, und die pädagogisch, methodisch didaktischen Ansätze erläutert, das Verfahren schließlich aber handwerklich auch selbst ausgeführt, um es anschließend zu be»gut«achten, aber vor allem um es selber »be-griffen« zu haben.

Es besteht dabei auch die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben, um mit seinen Fähigkeiten und Interessen, Teil des Engagements zu werden.

Axel Voelcker & Martin Brandes: Digitale Transformation Farbe

Wie virtuelle Welten und neue Technologien in der Visualisierung das Vorstellungsvermögen stimulieren.

Im Zentrum des Vortrags steht die Frage nach den Möglichkeiten der „Digitalen Transformation“ im Bereich der Farbe und Gestaltung, welche neuen Technologien beeinflussen oder verändern nachhaltig den Prozess der Selektion und die Darstellung von Farbe und Material.

  • Analog – Mensch – Digital / Herausforderung
  • Visualisierungsmethoden
  • Farbmodelle (Subtraktiv Vs. Additiv)
  • Digitalisierungsprozess, Spektralvermessung, einheitliche Digitalisierung Pipeline
  • Praxisbeispiel: Vom Gebinde (Farbe) zur digitalen / fertigen Textur
  • Kommunikationsmedien zwischen Gestalter / Designer, Architekt und Kunde
  • Vom Original ins Digital, Praxisbeispiele Abmustern oder Einmessen
  • „Digitale Transformation eines Farbtons“

Axel Voelcker
DAW SE | Head of Visualization „Digital Customer Experience“ | Ober-Ramstadt

Ausgebildeter Gestalter und Meister im Maler- und Lackiererhandwerk entwickelte seit 2003 individuelle Oberflächen für den Farbenhersteller CAPAROL. In den Jahren 2004-2007 folgte die Ausbildung zum Multimedia Designer in Frankfurt am Main, was ihn unter anderem zu Lehraufträgen im Bereich des digitalen Projection Mappings an der Fakultät für Gestaltung der HAWK Hildesheim führte.
Nach führender Position ‚Digital Colour & Design‘ im FarbDesignStudio übernahm er 2015 das ‚Digitale Marketing‘ der Marke CAPAROL und leitet seit Juli 2018 in der DAW SE Abteilung ‚Digital Customer Experience‘ den Bereich der Visualisierung. Zu weiteren Funktionen bei der DAW SE zählen heute u.a. auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für die Industrie und das Handwerk.

Martin Brandes
HAWK Hildesheim | Leitung Farbdesignwerkstätten, Fakultät Gestaltung

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Leitung der Farbdesignwerkstätten an der HAWK Hildesheim, dessen Schwerpunkte konzeptionelles Design, kreative Konzeption, Farbe & Oberfläche und Farbe digital bilden. Neben dem Anspruch Studierenden Grundlagen der Gestaltung mit Farbe, des Projektmanagements näher zu bringen und Projekte sowie Abschlussarbeiten zu betreuen, gilt sein Interesse allen Facetten des Designbegriffs, begonnen bei analogem Design bis digitalen Anwendungen.
seit 2011
WiMi, Dozent & Leitung Farbdesignstudio & Labor, Fakultät Gestaltung, HAWK Hildesheim

Stationen
Creative Direction _ Locus Analytics (Think Tank/StartUp), New York City
Designer & Projekt Manager _ rahe & rahe design, Göteborg
Designer & Berater _ NCS Color AB, Stockholm
Designer _ Caparol AB Schweden, Göteborg
Studium _ Fachhochschule Hildesheim – Farbdesign & Corporate Design

Katharina Bartneck: Farbphasen im Innenraum

Analyse der Farb- und Materialgestaltung im Innenraum von 2005 bis 2015

Für das Erkennen von Trends und Verfassen von Zukunftsmodellen werden in der Trendfor­schung Entwicklungen der Vergangenheit und Gegenwart methodisch und analytisch betrach­tet. Die Vergangenheitsbetrachtung macht sicht­bar, welche Gestaltungselemente sich in der Ver­gangenheit wiederholen und bestimmte Zyklen geprägt haben. Die Zyklenstudie »Farbphasen im Innenraum 2005 bis 2015« gibt Aufschluss über die Farbgestaltung des privaten Wohnraumes mit ihren Hauptströmen, Nebenphasen und Gestaltungsphänomenen.
Die Zyklenstudie befasst sich mit der Frage, wie die Entwicklungen der Farbgestaltung im Innenraum seit 2005 aussehen. Anhand der Vergangenheitsbetrachtung werden signifikante Farbphasen von 2005 bis 2015 formuliert und dargestellt. Die Basis dieser Studie bilden ca. 5000 Bilddaten aus den Bereichen Innenraumgestaltung, Raum und Produkt aus Print und Non-Print Medien. Hieraus entstand ein Zyklenstrahl mit den extrahierten Colourcodes, die für das betrachtete Jahrzehnt charakteristisch sind. Der Zyklenstudie gingen bereits zwei Studien des Institute International Trendscouting IIT und der HAWK Gestaltung voraus, die die epochalen Farb- und Materialzyklen von 1950 bis 2010 mit der Methode der Vergangenheitsbetrachtung formulieren und darstellen. Bei der Betrachtung der Farbphasen der aktuellen Studie lassen sich Analogien zu den Zyklenergebnissen der Jahre 1950 bis 2010 feststellen. Farbkombinati­onen, Formsprache und Muster wiederholen sich in aktueller Gestaltung und scheinen von der Vergan­genheit inspiriert zu sein.
Anhand der durchgeführten Zyklenstudie entstand eine Verknüpfung von Vergangenheits- und Gegenwartsbetrachtung, die die Basis für wissenschaftliche Trendforschung bilden.

Katharina Bartneck (*1987) absolvierte 2016 ihren Master of Arts an der HAWK Gestaltung in den Bereichen Farbdesign und Trendscouting. Nach einem Praktikum bei der Farb- und Trendagentur zukunftStil arbeitet sie seit 2017 freiberuflich als Farbdesignerin und hat seit 2018 einen Lehrauftrag an der HAWK Gestaltung.

Markus Schlegel: WorkLab rendering/CODES

Begriffe wie Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit oder
Social Design werden in Verbindung mit Individualisierung,
Digitalisierung, Dualität oder gestalterischer
Verantwortung immer wieder in aktuellen Fachdiskussionen
zu Architektur und Stadtgestaltung genannt.
Das Thema Farbe, Material, Oberfläche in der Architektur
gewinnt in diesem Zusammenhang aktuell wieder
an Bedeutung.

WORKLAB
RENDERING/CODES

In einem in die Studie renderingCODES eingebundenen WorkLab
können Sie an der HAWK Hildesheim als Experten
Stellung beziehen, Ihre Vorstellungen der
Zukunft vermitteln und neue Impulse mitnehmen.

Sie sind eingeladen, aktiv an der Zukunftsgestaltung
mitzuwirken und haben die Chance, über
gesteuerte Diskurse zu Themen wie Lebens- und
Stadtgestaltung oder zukunftsfähige Oberflächen und
Materialentwicklungen zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Erarbeiten Sie mit uns ein Zukunftsszenario zur Gebäudehülle/
Putzoberfläche der Zukunft.
Wir zeigen mögliche methodische Denkmuster und Richtungen auf, die
vor Ort hinterfragt und weiterentwickelt werden.

Hintergrund:
Der Werkstoff Putz an Fassaden und in Innenräumen
stellt ein Teil der europäischen Bau- und Gestaltungskultur
dar. In den letzten 25 Jahren sind allerdings
deutliche Entwicklungen „eher weg vom Putz“
auszumachen. Die Fachgruppe Putz und Dekor, des
Verbandes der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie
hat sich dem Thema gestellt und beginnt das Produkt
PUTZ „neu und zukunftsfähig zu denken und einzustellen“.

Die Voraussetzung dazu ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit
zum Thema „Zukunftsforschung und
Produktentwicklung“ mit Ihnen als Akteure aus Architektur,
Gestaltung, Industrie und Handwerk. Bestenfalls
entstehen aus der Studie Anstöße für neue
Produktentwicklungen.

Markus Schlegel ist ordentlicher Professor für Farb- und Architekturgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. 2004 gündet er das Institute International Trendscouting an der HAWK Fakultät Gestaltung mit Schwerpunkt Zukunftsforschung in der Gestaltung. Seit 2008 ist er aktives Mitglied des Dekanats als Studien- und Prodenkan. Neben Industriecoaching und Farbforschung konzipiert und kreiert er in diesem Zusammenhang Kollektionen, Farb- und Materialkonzepte für Innenräume und Fassaden sowie Farbmasterpläne. Er ist Mitinhaber des Designbüros ColorConcepLab und Kurator des Deutschen Farbenzentrums eV. und vertritt dort das Resort Zukunftsforschung Farbe. Schlegel ist in viele unterschiedliche Projekte involviert, hält Vorträge und veranstaltet Weiterbildungskurse, ist Jurymitglied von mehreren Wettbewerben und Verfasser zahlreicher Publikationen, stets zum Thema Farbe und Materialität in der Architektur und der Zukunftsforschung.

Alina Schartner: Farbe & Trend (Home & Interiors)

Wie wissen Designer, Händler und die Industrie, welche Farben, Produkte und Kombinationen in Zukunft gefragt sein werden? Wie arbeiten Trendforschungsagenturen mit Farbe? Wie hält man die Balance zwischen Zukunftsorientierung und kommerziellem Erfolg? Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Methoden der Farbtrendforschung: Farbmonitoring, Farbprognosen, Farbkollektionserstellung, Farbe, Material und Stil.

Alina Schartner (*1986) ist verantwortlich für das Home & Interiors Lifestyle Trendbuch der Trendforschungsagentur Trend Bible in Großbritannien. Daneben arbeitet sie als Farb- und Interior Design Consultant an maßgeschneiderten Kundenprojekten. Studium Farbdesign an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Schwerpunkte: Konzeption von Moods, Farbpaletten, Stilwelten für Interior Design Projekte, Trendrecherche und -analyse. Zuvor sammelte sie in Wien und München Erfahrung als Interior Design & Farbberaterin, Visual Merchandiserin für eine Wohnaccesoire-Handelskette, Einrichtungsberaterin im Premium Segment für italienische und französische Händler und Stylistin für eine Eventdesignagentur.

Mia Krämer: Wie fühlt sich ein Film an?

Farben beeinflussen auf eine sehr intuitive Weise die Erzählung einer Filmgeschichte und die Filmstimmung. Beruhend auf etablierten Farbsymboliken und Assoziationen, welche auf unserer Alltagswahrnehmung basieren, wird die Filmatmosphäre unbewusst wahrgenommen und interpretiert. Das Ziel meiner Bachelorthesis war es, das Unbewusste durch die Analyse und Systematisierung gängiger Farbdramaturgien offensichtlich zu machen und gleichzeitig zu begründen.
Farbe bietet die Möglichkeit, über die Narration hinaus Inhalt zu vermitteln. Mit der Wahl von Quantitäten, Intensitäten und Kontrasten werden wichtige dramaturgische Entscheidungen getroffen, da sie die Filmatmosphäre und damit die Bildwirkung extrem verändern können. Harmonie und Disharmonie werden erzeugt und eine kompositorische Spannung aufgebaut. Farbe bietet Platz für den emotionalen Überschuss der Erzählung und wirkt physisch erregend. Sie ist die Sprache der Emotion, bringt diese zum Ausdruck und löst sie aus.

Spannend wird die Farbgebung vor allem, wenn man sie in Verbindung mit anderen gestalterischen Mitteln betrachtet. Auch die Materialität und die Formsprache der Bilder übernehmen unter anderem eine wichtige Rolle.
Nach der analytischen und wissenschaftlichen Herangehensweise war mir auch eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem Thema möglich. Ich stellte mir die Frage, ob man einen Film haptisch und visuell greifbar machen kann.

Wie fühlt sich ein Film an?

Mia Krämer ist Absolventin des Kompetenzfeldes Farbdesign der Fakultät Gestaltung an der HAWK Hildesheim.