Prof. Patrick Pütz: Raumlabor

Im Raumlabor wird im Raum und mit Raum experimentiert, präsentiert, diskutiert, gearbeitet und gelacht. Mit allen Sinnen erlebt man hier Projekte und Experimente und das immer real. Denn für uns gibt es nur eine Realität und diese wird durch analoge und digitale Arbeiten, Prozesse oder Werkzeuge gestaltet.

Die Arbeit „MINDFUCK“ von Lukas Jaeschke, Danielle Seiter, Kaya Chenoa Strizek und Anika Warncke ist ein abstraktes virtuelles multisensorisches Erlebnis, das mit Raum, Farbe und Emotion spielt und dem Nutzer zugleich ein Labyrinth von Erwartung und Wahrnehmung bietet.

Farbe nimmt in unserem Alltag einen hohen Stellenwert ein – sie beeinflusst aktiv sowie passiv die meisten unserer Entscheidungen. Wir gehen bei grün und stoppen bei rot. Beim Spazieren gehen in saftig grüne Wälder fühlen wir uns erfrischt und tanken Energie. Beim Tiefenentspannen am Wasser wirkt die Vielfalt von Blautönen auf uns.
Es wurde häufig bewiesen, dass Farben Emotionen beeinflussen. Wut, Glück, Trauer und ebenso das Gefühl der Ruhe werden durch Farben repräsentiert bzw. ausgelöst und durch kontrastierende auditive Sinneseindrücke kontrastiert und erzeugt den abstrakten Mindfuck, den der Nutzer bei Eintritt des Erlebnisses erfährt. Da Farbe jedoch auch einen sentimentalen individuellen Wert für jeden Menschen besitzt wird bei dem abstrakten multisensorischen Sinneserlebnis für jeden eine einzigartige Reise herauskommen.

Prof. Patrick Pütz ist seit 2016 an der Fakultät Gestaltung der HAWK am Kompetenzfeld Innenarchitektur verantwortlich für den Bereich Temporäre Räume und Markenarchitektur. In seinen Kursen bewegen sich die Studierenden stets zwischen mehreren Disziplinen, um diese neu zu verknüpfen und so noch unbekanntes Terrain zu entdecken und zu erkunden.

Er arbeitete zuvor selbstständig mit seinen Büro COR5 in Köln, leitete als Kreativ Direktor die Architektur und Designabteilung von Walbert-Schmitz in Aachen und ist seit 2006 Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

Natacha Le Duff: Museum der Farben

Wie können Farben in ihrer Vielfalt ausgestellt werden? Wie können Kenntnisse über Farben vermittelt werden? Wie können diese Elementen verbunden sein und zusammenhängen? Diese Fragen haben wir uns lange theoretisch gestellt, bevor wir eine Reihe von vier Ausstellungen gestaltet haben. Diese Konkretisierungen haben uns ermöglicht, vielfältige Ebenen von der Ausstellungsgestaltung zu erfahren: Von Exponaten zu Suche und Auswahl, zum Bühnenbild, über Vorbereitung von Ausstellungstexten und Produktionsleitung haben wir es geschafft, eine Methode, die wir im Rahmen unseres Vortrags einleiten werden, zu entwickeln. Wir glauben und wollen ihnen zeigen, dass diese Methode anwendbar für ein endgültiges Museum der Farben sein kann.

Kurzprofil
Seit Abschluss ihres Kulturmanagementstudiums an der Sciences Po in Grenoble arbeitet Natacha Le Duff an dem Projekt für das „Museum der Farben“. Parallel zu der Projektleitung hat sie als engagierte Geschichts- und Kulturvermittlerin in der Hauptstadt gearbeitet. Seit 2017 hat sie eine Ausstellungsreihe in Berlin entwickelt, wo sie und ihr Team sich vielfältige Themen über Farben ausgedacht haben. Die Ausstellungsreihe zog bisher die über 2400 Besucher an. Weitere Partnerschaften mit Museen erlauben es ihr und ihrem Team, ein breites Publikum zu erreichen sowie Erfahrungen zu sammeln.

Lena Lübben: Industrieboden 2.0

Analyse der Gestaltung im Bereich der Industrieböden und
Entwicklung einer innovativen (Fliesen-) Kollektion für den Retail Bereich

Industrieböden standen bislang vor allem unter dem Aspekt der Funktionalität. Allerdings haben sich die Ansprüche dies bezüglich verändert. Welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es im Bezug auf das Design? Innerhalb meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Industrieböden befasst und dabei stets die Rolle des Designs hinterfragt. Ziel des theoretischen Teils war es, einen Überblick über die vergangenen und aktuellen Gestaltungsansätze und Themen der Gestaltung im Bereich der Industrieböden zu geben. Die daraus resultierenden Kriterien und Anforderungen für die Zukunft dienen als Grundlage der gestalterischen Umsetzung.Auf Basis dessen ist die Kollektion „TONWERTE“ entstanden, welche Funktion und Design optimal miteinander verknüpft und die Vorzüge des Materials in den Vordergrund stellt. Durch die Kooperation mit dem Unternehmen Röben Tonbaustoffe GmbH konnten die Prototypen der Kollektion in dem hauseigenen Labor der Firma hergestellt und geprüft werden.
Durch die Vielfalt an neuen und unterschiedlichen Technologien können Industrieböden in Zukunft noch optimaler, funktionaler und ästhetischer gestaltet werden. Für uns Designer entsteht somit ein breites Spektrum an Möglichkeiten, bestehende Produkte gestalterisch zu optimieren oder neu zu erfinden.

Lena Lübben absolvierte 2012 ihren Bachelor-Abschluss mit der Fachrichtung Farbdesign an der HAWK in Hildesheim. Nach zweijähriger Tätigkeit als Junior Designerin in dem Unternehmen Popken Fashion Group, kehrte Sie 2014 für das Masterstudium mit der Fachrichtung Gestaltung an die HAWK in Hildesheim zurück. Im Jahr 2017 hat sie das Masterstudium erfolgreich abgeschlossen. Seit August 2017 arbeitet Lena Lübben als Designerin für das Unternehmen Rasch Textil in Bramsche.

Prof. Dr. Karl Schawelka: Farben als Signale

Wir alle wissen, dass die Signalwirkung bei Verkehrsschildern oder Flaggen stark von deren Farben abhängt. Mühelos lassen sich auch andere Beispiele wie das Blaulicht, der Feuermelder oder auch die vielerlei Kontrolllämpchen für den Gebrauch von Farben als Signale finden. Biologisch gesehen dürfte der Signalcharakter von Farben sogar grundlegend sein, denn ein Organismus opfert nur dann kostbare Ressourcen, um auffallende Farben hervorzubringen, wenn er damit anderen Organismen etwas mitteilt, das dem hervorbringenden Organismus nutzt. Umgekehrt muss ein Organismus lernen, die für ihn relevanten Signale aus der Umgebung herauszupicken und den Rest vergessen. Es gibt aber auch Regeln dafür, wie ein Signal je nach den Umständen sowie dem jeweiligen Adressaten beschaffen sein sollte, damit es wirksam wird und nicht beispielsweise im Hintergrundrauschen verschwindet. Wir Menschen bauen auf diesen biologisch und wahrnehmungspsychologisch angelegten Gegebenheiten auf, auch wenn wir sie in unseren verschiedenen sozialen Lebenswelten im Verlauf der kulturellen Entwicklung ungeahnt erweitert, verkompliziert und verfeinert haben. Im Vortrag sollen diese Regeln vorgestellt und vorzugsweise anhand von Beispielen aus der Warenwelt analysiert werden.

Karl Schawelka

  • geboren 1944 in Fürth/Bay.
  • hat nach dem Abitur von 1964 bis 1969 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg Malerei studiert, gefolgt von einem Studium der Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste in München, das er 1971 mit dem Staatsexamen abschloss.
  • Von 1971 bis 1977 studierte er Kunstgeschichte in München und Paris.
  • 1978 erfolgte die Promotion in München mit einer Arbeit zur Kunsttheorie von Eugène Delacroix.
  • Von 1978 bis 1984 war er wiss. Assistent an der TU München, von 1984 bis 1988 wiss. Angestellter an der Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Dem schloss sich (von 1988 bis 1993) eine Zeit an der Gesamthochschule Kassel-Universität zunächst als Vertretungsprofessor und dann als Professor für ‚Kunstgeschichte der Moderne’ an.
  • 1989 erfolgte die Habilitation an der TU München.
  • Das Thema der Habilitationsschrift lautete: Quasi una musica. Untersuchungen zum Ideal des „Musikalischen“ in der Malerei ab 1800.
  • Von 1993 bis 2010 vertrat er das Gebiet ›Geschichte und Theorie der Kunst‹ an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, der er zweimal als Dekan vorstand.
  • Daneben war er von 2002 – 2007 1. Vorsitzender des deutschen Farbenzentrums e.V.
  • Nach der Versetzung in den Ruhestand lebt er weiterhin in Weimar, wo er noch Absolventen, Doktoranden und PhD-Studenten betreut.
  • Er ist verheiratet mit der Volkskundlerin Anne Feuchter-Schawelka.
  • Die Tochter Laura Schawelka ist zur Zeit Studentin der Freien Kunst (MfA).
  • Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich Farbe und Wahrnehmung, Kunsttheorie, Gegenwartskunst und Kunst im öffentlichen Raum.

Beate Breitenstein: Trendscouting

Farbtrends, Storytelling und Moodmanagement sind die Themen, welche den Designer der Zukunft beschäftigen.
Lernen Sie, Trends zu erkennen, abzubilden und zu kommunizieren. #Trendwelten #Farbtrends #Designtrends

Beate Breitenstein
Dipl. Designerin Farbe (FH)
Farbe +++ Grafik +++ Trendscouting

Jörg Niederberger: Kunst Farbe Poesie

Kunst – und im Zusammenhang mit Architektur kann dies Farbe sein – weckt Sinnlichkeit.

Das linear logische Verständnis rückt in dieser Umgebung in den Hintergrund und schenkt dem Raum, was das Herz direkt anzusprechen vermag.

Farbe ist die poetisch kongruente Komponente bei Bauten, die man als nutzbare Plastiken begreifen kann. Neben dem Zweck, der unterschiedlichsten Ansprüchen und Verwendungen zu dienen hat, wirken die Farbsetzungen und -konzepte, seien sie industriell oder manuell hergestellt, sinnlich auf die emotional gestimmten Gemüter der Menschen, denen die Gebäude förderliche Umgebungen sein sollen. Innen wie außen.

Farbe & Bau-Projekte, als nicht artifizielle Farb- und Formgestaltungen, sind sinnlich komplexe Interaktionen von Kunst in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Ausgehend von der Kunst, wird im Vortrag die Intention der Position der Farbe erörtert und mittels Beispielen aus der Praxis deren unterschiedlichen Einsatzorte aufgezeigt.

Friedrich Weltzien: Farbe als Material

Im Sprechen über Farbe im Design ist zunächst ihr chromatischer Wert adressiert: Farbton, Tiefe, Temperatur, Sättigung, Kontrast, aber auch Fragen der psychologischen Rezeption oder des symbolischen Gehaltes machen sich an dieser Qualität fest. Aber Farbe ist nicht nur Chroma, sie beruht immer auch auf einem materiellen Träger, der das Licht in einem bestimmten Spektrum reflektiert. Im Zentrum meines Vortrags soll Farbsubstanz als Instrument der Gestaltung stehen. Wie benutzen Künstler*innen und Designer*innen Farbe, um zu gestalterischen Lösungen zu gelangen? Hieran lassen sich Probleme von Plastizität, von Lebendigkeit, von Räumlichkeit und Körperlichkeit (im Gegensatz zum reinen Oberflächenphänomen der Chromatik) der Farbe deutlich machen.

Vita Prof. Dr. Friedrich Weltzien

Friedrich Weltzien ist Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler, seit 2013 Professor für Kreativität und Wahrnehmungspsychologie an der Fakultät III der Hochschule Hannover, Abteilung Design und Medien. Die Habilitation erfolgte 2011 mit einer Arbeit zu Fleckentheorien des 19. Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin, 2003 Promotion an der Universität zu Köln zum Körperbild in der Malerei der 1940er Jahre.

Forschungsschwerpunkte liegen in der Kunst- und Designtheorie vom 18. bis ins 21. Jahrhundert im Grenzbereich zwischen Kunst-, Medien- und Wissenschaftsgeschichte. Dazu zählen Themen wie Animalität und Ästhetik, Medientheorie der Mode, Comicgeschichte oder experimentellen Bildpraktiken. Ein methodischer Fokus ist auf die Produktionsästhetik gerichtet.

Weitere Informationen: www.theoriestudierende.de/.

Barbara Diethelm: Akzente setzten mit Effektfarben

In diesem Workshop erproben Sie und experimentieren Sie mit den verschiedenen Effektfarben: Von den faszinierenden Interferenzfarben, die hauchzarte, changierende Farbtöne auf hellen Oberflächen, intensiv schillernde Töne auf dunklen Untergründen ermöglichen, über die edlen metallisch-schimmernden Bronzefarben bis zu den Perlmuttglanzfarben.
Sie lernen die verschiedenen Anwendungen, Wirkungen und Kombinationsmöglichkeiten kennen und erstellen Ihr eigenes „Farbzauberspektrum“.
Anhand von Praxisbeispieln aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und Kunst am Bau erfahren Sie die gezielte und spezifische Umsetzung dieser Effektfarben, die neue Dimensionen in der Raumgestaltung eröffnen können.

Kurzbiographie:
Barbara Diethelm ist in Zürich geboren, studierte Malerei und Geisteswissenschaften in San Antonio (St. Mary’s University) und San Franscico (San Francisco Art Institute).
1990 kehrte sie in die Schweiz zurück und trat in das Familienunternehmen Lascaux ein, welches sie seit 1994 in zweiter Generation führt. Gleichzeitig entwickelte sie in zahlreichen Werkgruppen ihr malerisches Werk, begleitet von regelmässigen Ausstellungen. Als Malerin und Farbenherstellerin sieht sie ihre künstlerische Praxis und die Farbherstellung als Vermittlung zwischen der schöpferischen und der materiell-manifesten Ebene.
Gemeinsam mit Ihrem Mann, dem Maler Werner Schmidt gründete sie die 2004 die Fondation Lascaux.

Martin Benad: Gebautes farbig zu Ende empfinden

Wie Farbigkeit das Wahrnehmen von Architektur verändert.

Farbigkeit ist eine mächtige Brücke der Weltbegegnung. Zum einen unterstellen wir intuitiv jeder farbigen Erscheinung, dass sie Ausdruck eines Wesenhaften ist, das sich in ihr abbildet und dem wir im Akt des Wahrnehmens begegnen.

Zum andern überschreitet das Wahrnehmen von Farbklängen oder Farbstimmungen durch sich selbst schon die Grenze zwischen Subjekt und Objekt. Sich auf die Farbigkeit einer Umgebung einzulassen heißt zugleich, gemüthaft an dieser Umgebung teilzunehmen.

Gebautes ist für das Erlebnis nur in einem sehr geringen Umfang physischer Natur, auch wenn alles, was an einem Gebäude sinnlich erfahren wird, einen Bezug zum physischen Baukörper hat. In einem Gebäude sind beispielsweise die kulturellen Ideale eines Bauherrn unmittelbar erfahrbar, oder aber sein auf rein wirtschaftliche Überlegungen reduzierter Entscheidungshorizont. Die Unsicherheit oder Überheblichkeit eines Architekten kann genauso spürbar sein wie seine den dort lebenden Menschen entgegengebrachte Wertschätzung und Einfühlung. Gebautes kann sich als serielles Raster zeigen, tot, monoton, ohne Bezug zum Lebendigen. Es kann aber auch im belebten Rhythmus erscheinen als melodisch-harmonisches Auf- und Abschwingen. Gebautes kann wahrgenommen werden als sei es behindert, autistisch oder verwaist und ungeliebt. Auf der anderen Seite kann es zugewandt, gesund, vertraut, stimmig, stark und stärkend erscheinen.

Farbigkeit hat einen immensen Anteil daran, wie Menschen Architektur er-leben, das heißt: wie Architektur in ihr Leben tritt und es bereichert oder verödet. Der Farbgestalter Friedrich Ernst v. Garnier formuliert den Anspruch an seinen Beruf mit den Worten: „Gebautes farbig zu Ende empfinden“. Martin Benad interpretiert in seinem Vortrag dieses Zitat anhand zahlreicher Beispiele. Im Mittelpunkt steht dabei die Phänomenologie des Wahrnehmens.

Martin Benad führt seit 1996 zusammen mit seiner Frau Ursula das Münchner Atelier Benad, dessen Arbeitsschwerpunkte Farbenplanung, Wandmalerei und Weiterbildung sind. Martin Benad ist Autor bzw. Co-Autor von 16 Büchern zu den Themen Farbgestaltung und Farbenplanung, Wandmalerei und Gestaltungstechniken.

Ralf Buchholz: Farbe als Archiv

Farbe als Archiv – Vom Umgang mit Farbigkeit in der Restaurierung

Restauratoren sehen Farbe und Farbigkeit, wenn sie historisch überliefert ist, auch als Informationsträger und als Wissensspeicher, als Quelle von technologischer und materialtechnischer Herstellungsweise und als Überlieferung der ursprünglichen, wenn auch bereits veränderten, Farbwirkung. Farbe ist für die Restaurierung ein Werkstoff, Farbstoff auf Holz oder einfach eine Mischung aus Pigmenten und Bindemitteln. Dies charakterisiert den Umgang mit Farbigkeit oder Farbkonzepten und gibt Hinweise bei der Inszenierung der Geschichte, also der Interpretation von Farbbefunden und Farbveränderungen bei Restaurierungskonzepten und den dann auszuführenden Restaurierungen sowie bei Neufassungen oder Rekonstruktionen.

Fallbeispiele aus der Restaurierungsgeschichte und Praxisbeispiele der aktuellen Denkmalpflege zeigen Vorgehensweisen und den Umgang der Restauratoren mit diesem Archiv und Erbe auf.

    • Dr. Dipl.-Rest. Ralf Buchholz, HAWK Hildesheim

    • Tischlerlehre, 4jähriges Museumsvolontariat Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
    • Seit 1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Möbelrestaurierung an der HAWK
    • 2001 Diplomarbeit über die „Entwicklung und Geschichte der synthetischen Holzbeize“
    • Ehrenamtliches Engagement im Verband der Restauratoren (VDR)
    • Autor zahlreicher Publikationen, u.a. „Vom Färben des Holzes. Holzbeizen von der Antike bis in die Gegenwart“, „Schokowood“ oder „Restaurierung und Öffentlichkeit“

2015 Promotion an der Universität Hamburg über „Eingedrückte Streifen – Ein Gestaltungsmittel auf Holzoberflächen zwischen 1450 und 1600“, Buchveröffentlichung

Andrea Greinöcker: Ein Farbfächer für Anpruggen

Das Ziel der Arbeit war es, einen Farbleitfaden für einen Stadtteil von Innsbruck anzufertigen. Dabei wurde die Vorgehensweise des Züricher Farbfächers als Vorgabe herangezogen. Es geht um die Abmusterung von Fassadenfarben und die Herausarbeitung spezifischer Farbklänge. Im Rahmen dieser Arbeit findet eine Auseinandersetzung mit den gegebenen Farbatmosphären und Farbräumen statt. Diese sollen analysiert und dargestellt werden, um sie in der praktischen Umsetzung auf Innenräume und Außenräume zu übertragen.

Dipl. Ing. Andrea Greinöcker (*1976) ist selbständig als Innenarchitektin und Farbdesignerin bei Artigeniale e.U tätig.
Nach einer Ausbildung zur Tischlerin und einem abgeschlossenen Architekturstudium an der Hochschule Karlsruhe KIT erfolgte eine Spezialisierung in den Bereichen Innenarchitektur und Farbdesign. Sie absolvierte von 2013 – 2017 die IACC Akademie in Salzburg mit dem Abschluss zur Dipl. Farbdesignerin.

Thomas Hoffmann und Wolfram G. Beck: farbrat – Wertegemeinschaft

Der Wert der Farbe bedeutet für uns, das Farbe, Material und Oberfläche in Ihrer ursprüngliche Form wieder für Menschen erschlossen und erfahrbar gemacht werden muss.

Wenn Farbe zum Material wird, bedarf es keiner Erklärung!
Erkennen wir Farbe als Material?

Schlüsselerlebnisse die beeindruckend klar darstellen, was Jahrhunderte den Menschen klar war, den wahren Material-Wert der Farbe = Farbe als Material.

farbrat, kompetent und führend im Umgang mit Farbe
„Wir, die farbrat eG, sind eine Wertegemeinschaft ambitionierter Farbgestalter in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir widmen uns der Auswahl und Verarbeitung von exklusiven Materialien.
Wir stellen uns individuellen Anforderungen, verstehen uns als autorisierte Spezialisten für Visionen, Service, Qualität und Dienstleistungen.“

Thomas Hoffman und Wolfram G. Beck sind Gründungsmitglieder des farbrates und Vorstände der farbrat e G.

Linda Hasdorf & Annika Schenk: Trendszenarien

Im Rahmen einer Bachelorarbeit führten Linda Hasdorf und Annika Schenk ein Trendscouting im Bereich Interior, Fashion, Lifestyle und Design durch. Aus dem umfangreichen Scouting entwickelten sich 22 Trendwelten, die Aufschluss über die Farb-, Form und Materialentwicklungen der nächsten zwei Jahre geben. In dem Vortrag präsentieren wir die Ergebnisse der Projektstudie und geben einen Einblick in den Prozess des Scoutings.

Linda Rasdorf und Annika Schenk sind Bachelor-Absolventinnen des Kompetenzfeldes Farbdesign an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim.

Zukunftstil: Trend- und Stilwelten

Die Kombination von Farbe, Material, Oberfläche und Form prägt in besonderer Weise einen Stil und gibt ihm eine individuelle Sprache und Logik. Eine Trendwelt spiegelt dabei das aktuelle Lebensgefühl der Gesellschaft und die visuelle Ästhetik im Design wider. Collagen und Moodboards unterstützen hier die Darstellung neuer Designideen und erleichtern die Kommunikation im Gestaltungsprozess – sie helfen uns Farbkonzepte visuell und inhaltlich zu begreifen.
In dem Workshop „Trend- und Stilwelten“ bekommen Sie Einblicke in den Prozess des Trendscoutings und in die Kreation von Stilen. Sie erstellen anhand von Bildern, Farben und Materialien stilistisch geprägte Farb-, Design- und Materialcluster und gestalten mithilfe von Collagen die visuelle Umsetzung von Produkt-, Raum- oder Farbkonzepten. In einer abschließenden gemeinsamen Diskussionsrunde bekommen Sie Hilfestellung bei der kreativen Interpretation und Präsentation.

Referentinnen: Dipl. Des. MA Livia Baum, MA Jutta Werner

Vita
Die Farb- und Trendagentur zukunftStil beschäftigt sich mit der Erstellung von Kollektionen sowie Farb- und Designkonzepten für Unternehmen aus den Bereichen Interieur, Produkt, Farbe, Material und Muster. Ziel ist es, Unternehmen neue Impulse zu geben und sie gemeinsam kreativ zu unterstützen.
Die beiden Farbdesignerinnen Livia Baum und Jutta Werner sind zudem langjährige Partner des Institute International Trendscouting IIT der Fakultät Gestaltung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim. Farbforschung und Trendscouting bilden das Kernsegment ihrer Tätigkeit. Durch eine methodische Vorgehensweise analysieren sie gezielt zukunftsrelevante Innovationen im Designbereich und fördern diese durch kreative, nachvollziehbare Trendkonzepte. Zusätzlich werden in enger Verbindung mit der HAWK wissenschaftliche Studien auf dem Gebiet der Zukunftsforschung durchgeführt.
www.zukunftstil.de

zukunftStil

Ariane Clermont: Wissen gestalten

Entwicklung eines Gestaltungskonzepts zur optimalen Wissensvermittlung an niedersächsischen weiterführenden Schulen am Beispiel von Lehrmedien für den Kunstunterricht.

Unser ganzes Leben lang haben wir das Bedürfnis, Neues zu lernen. Neben dem Lernen von kognitiven Eigenschaften, dem Umgang mit Gefühlen und Erfahrungen im Zwischenmenschlichen, gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Themen, welche im Bildungssystem ihren Platz finden. Eines dieser Themen ist die Farbenlehre, welche im Kunstunterricht vermittelt werden soll. Farbe ist nicht aus dem Bildungssystem wegzudenken und stellt einen wesentlichen Faktor unserer Wahrnehmung dar. Doch obwohl Farbe so vielfältig ist, geht die Wissensvermittlung der Farbenlehre an vielen Schulen nicht weit über einseitige Farbsystematiken hinaus. Damit beinhaltet der Unterricht nur einen Bruchteil der Farbenlehre und lässt dabei die wichtigen Themen der Farbwahrnehmung und der Essenz der Farbe aus. Aus diesem Grund muss der Lehrinhalt der Farbenlehre auf einen aktuellen Stand gebracht und mit passendem Lehrmaterial unterstützt werden. Erst dann haben die SchülerInnen die Möglichkeit, sich der Ganzheitlichkeit des Themas Farbe bewusst zu werden und durch eine bewusste Wahrnehmung das Gesehene mit allen Sinnen zu begreifen.

Ariane Clermont (*1994) studiert im Abschlusssemester Master of Arts an der HAWK Hildesheim.

Rahel Brochhagen: Eine visuelle Auseinandersetzung mit der Farbe Blau

Auf einen jeden und eine jede wirkt Farbe unterschiedlich. Wir verbinden mit ihr Begebenheiten, Gegenstände oder Situationen. Doch wie sieht der tatsächliche Farbraum um die Assoziationen von Blau aus? Ist Blau tatsächlich einfach bloß Blau?
Rahel Brochhagen diskutiert den vermeintlich schwer greifbaren Begriff der Farbe beispielhaft anhand von Blau. Aus einem künstlerischen Blickwinkel heraus beleuchtet, analysiert und abstrahiert sie den rein visuellen Assoziationsraum und lässt eine zuvor nicht klar sichtbare Metaebene des Farbraums um die Farbe Blau sichtbar werden.

Rahel Brochhagen (*1987) lebt und arbeitet als Grafikdesignerin an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design in Berlin. Sie studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Saale sowie in Gent (BE) und Lausanne (CH). Im Frühjahr 2018 absolvierte Sie ihren Master of Arts an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachbereich Visuelle Kommunikation.

Mareike Hackbarth: Farbdesign Kollektion Automotive

Bei der Entwicklung eines Automobils spielt die Formensprache und Farbwahl des Exterior Designs eine immer wichtiger werdende Rolle. Zusätzlich fordert der wachsende Trend zur Individualisierung das Design immer stärker heraus. Die Elektroautostudie I.D. Buzz von Volkswagen soll ab dem Jahre 2022 das Bulli-Fahrgefühl in die Zukunft tragen. Das bietet uns als Designschaffende die Möglichkeit, die gestalterischen Weiterentwicklungen für einen E-Bulli der Neuzeit zu erforschen, um das jetzige Showcar für ein zukünftiges Serienfahrzeug optisch aufzuwerten. Der Volkswagen Bulli trägt bereits ein schweres Erbe an typischen Farben mit sich, dabei gilt es herauszufinden, ob diese für einen Transfer auf die E-Mobilität tauglich bzw. übertragbar sind. Der Fokus bildet die Optimierung vom ersten Entwurf der Volkswagen Bullis, über die »I.D. Buzz« Zukunftsstudie, bis zur finalen Serienanwendung. Hierbei steht die Kombination zwischen der Vergangenheit und Zukunft, der Technik und des Imagetransfers der extrem starken Marke Bulli im Vordergrund. Dabei ist es entscheidend, die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen zu kennen, denn nicht jede Lackfarbe trifft den Geschmack der Kundschaft und nicht jede Lackfarbe ist für jeden Fahrzeugtypen geeignet. Nur wenn die Trends von morgen umfassend analysiert und verstanden werden, kann durch die Festlegung von Gestaltungszielen in Form von trendigen Lackierungen und außergewöhnlichen Farbakzenten, zielführend ein »I.D. Buzz« Serienfahrzeug gestaltet werden.

Mareike Hackbarth (*1993) ist Master-Absolventin der HAWK Hildesheim.

Axel Voelcker & Martin Brandes: VR – Virtual Reality

Praktische Erprobung und erfahren von Virtuellen Welten.
Kunden bewegen sich in simulierten, dreidimensionalen Räumen, nahe dem Abbild der eigenen Wohnräume, die neu gestaltet werden sollen. Bodenbelag, Möblierung und natürlich die Wand- und Deckengestaltung lassen sich per Klick variieren, ganz nach Belieben. Was momentan schon hoch im Kurs und tatsächlich aber erst am Anfang steht, ist die sogenannte Virtual Reality (VR). Ganz neue Erlebniswelten entstehen und bieten speziell für die Rauminszenierung einmalige Möglichkeiten Farbgestaltung zu präsentieren. Zwar ist das System noch einigermaßen kostspielig in der Anschaffung, die Customer Experience ist jedoch zweifellos einzigartig. Heute gibt es bereits einige, bezahlbare Tools, die Handwerker, Raumgestalter und Designer für die besondere Art des Marketing einsetzen können, um auch anspruchsvolle Kunden begeistern.

Axel Voelcker
DAW SE | Head of Visualization „Digital Customer Experience“ | Ober-Ramstadt

Ausgebildeter Gestalter und Meister im Maler- und Lackiererhandwerk entwickelte seit 2003 individuelle Oberflächen für den Farbenhersteller CAPAROL. In den Jahren 2004-2007 folgte die Ausbildung zum Multimedia Designer in Frankfurt am Main, was ihn unter anderem zu Lehraufträgen im Bereich des digitalen Projection Mappings an der Fakultät für Gestaltung der HAWK Hildesheim führte.
Nach führender Position ‚Digital Colour & Design‘ im FarbDesignStudio übernahm er 2015 das ‚Digitale Marketing‘ der Marke CAPAROL und leitet seit Juli 2018 in der DAW SE Abteilung ‚Digital Customer Experience‘ den Bereich der Visualisierung. Zu weiteren Funktionen bei der DAW SE zählen heute u.a. auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für die Industrie und das Handwerk.

Martin Brandes
HAWK Hildesheim | Leitung Farbdesignwerkstätten, Fakultät Gestaltung

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Leitung der Farbdesignwerkstätten an der HAWK Hildesheim, dessen Schwerpunkte konzeptionelles Design, kreative Konzeption, Farbe & Oberfläche und Farbe digital bilden. Neben dem Anspruch Studierenden Grundlagen der Gestaltung mit Farbe, des Projektmanagements näher zu bringen und Projekte sowie Abschlussarbeiten zu betreuen, gilt sein Interesse allen Facetten des Designbegriffs, begonnen bei analogem Design bis digitalen Anwendungen.
seit 2011
WiMi, Dozent & Leitung Farbdesignstudio & Labor, Fakultät Gestaltung, HAWK Hildesheim

Stationen
Creative Direction _ Locus Analytics (Think Tank/StartUp), New York City
Designer & Projekt Manager _ rahe & rahe design, Göteborg
Designer & Berater _ NCS Color AB, Stockholm
Designer _ Caparol AB Schweden, Göteborg
Studium _ Fachhochschule Hildesheim – Farbdesign & Corporate Design