Nathalie Pagels: Die Farben von Miami Beach

Der historische Art Deco Distrikt in Miami Beach, erbaut zwischen 1923-1943, ist die größte Ansammlung historischer Gebäude desselben Stils weltweit. In seiner kurzen Geschichte hat er große farbige Wandel erlebt. Was sind die Parameter die zur farbigen Wandlung eines ganzen Viertels führen können? In wie weit lässt sich Farbe „verordnen“? Gibt es mehr als einen Zeitgeist? Ein bildgewaltiger Rückblick in die Geschichte, mehr spielerische Frage, als Antwort.

Vita Nathalie Pagels

Nathalie Pagels, Dipl. Farbberaterin ICA, lebt und arbeitet als freischaffende Farbkonzepterin in Düsseldorf. Sie ist für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber, Privatpersonen und die Industrie tätig. Sie hält Vorträge und gibt Seminare, in denen sie der Farbe und ihrer Anwendung zu dem Stellenwert in der Gesellschaft verhelfen will, der ihr gebührt.

Lisa Kempf: MoodLab

Jeder von uns hinterlässt Spuren. In „Moodlab – Leftover Harmonies“ geht es aber nicht um die üblichen Fuß-oder Fingerabdrücke, sondern um die, die wir hinterlassen, wenn wir etwas gestalten. Jeder Kratzer auf dem Werkzeug, jeder Farbrest auf dem Pinsel – alles Nebenprodukte stetiger Benutzung. Entstandene Farbkollektionen zeigen Spuren der Gestaltung – in einen anderen Kontext gestellt, analysiert und beschrieben. Farbharmonien und -kontraste inspiriert von gestalterischen Hinterlassenschaften.

Lisa (*1995) hat im Februar 2018 ihr Bachelor-Studium an der HAWK in Hildesheim mit dem Schwerpunkt Farbdesign erfolgreich abgeschlossen. Ihre Bachelor-Thesis beschäftigt sich mit Spuren der Gestaltung. Sie hat sich auf Farben, Haptik und Oberflächen sensibilisiert, kann mit Mustern, Moodboards, Farbtrends und Collagen umgehen. Hat bereits Farbentwürfe erstellt und Designprozesse von der Idee zum Prototyp durchlaufen. Aber vor allem hat sie Freude am experimentellen Gestalten.

Katharina Bartneck: Farbphasen im Innenraum

Analyse der Farb- und Materialgestaltung im Innenraum von 2005 bis 2015

Für das Erkennen von Trends und Verfassen von Zukunftsmodellen werden in der Trendfor­schung Entwicklungen der Vergangenheit und Gegenwart methodisch und analytisch betrach­tet. Die Vergangenheitsbetrachtung macht sicht­bar, welche Gestaltungselemente sich in der Ver­gangenheit wiederholen und bestimmte Zyklen geprägt haben. Die Zyklenstudie »Farbphasen im Innenraum 2005 bis 2015« gibt Aufschluss über die Farbgestaltung des privaten Wohnraumes mit ihren Hauptströmen, Nebenphasen und Gestaltungsphänomenen.
Die Zyklenstudie befasst sich mit der Frage, wie die Entwicklungen der Farbgestaltung im Innenraum seit 2005 aussehen. Anhand der Vergangenheitsbetrachtung werden signifikante Farbphasen von 2005 bis 2015 formuliert und dargestellt. Die Basis dieser Studie bilden ca. 5000 Bilddaten aus den Bereichen Innenraumgestaltung, Raum und Produkt aus Print und Non-Print Medien. Hieraus entstand ein Zyklenstrahl mit den extrahierten Colourcodes, die für das betrachtete Jahrzehnt charakteristisch sind. Der Zyklenstudie gingen bereits zwei Studien des Institute International Trendscouting IIT und der HAWK Gestaltung voraus, die die epochalen Farb- und Materialzyklen von 1950 bis 2010 mit der Methode der Vergangenheitsbetrachtung formulieren und darstellen. Bei der Betrachtung der Farbphasen der aktuellen Studie lassen sich Analogien zu den Zyklenergebnissen der Jahre 1950 bis 2010 feststellen. Farbkombinati­onen, Formsprache und Muster wiederholen sich in aktueller Gestaltung und scheinen von der Vergan­genheit inspiriert zu sein.
Anhand der durchgeführten Zyklenstudie entstand eine Verknüpfung von Vergangenheits- und Gegenwartsbetrachtung, die die Basis für wissenschaftliche Trendforschung bilden.

Katharina Bartneck (*1987) absolvierte 2016 ihren Master of Arts an der HAWK Gestaltung in den Bereichen Farbdesign und Trendscouting. Nach einem Praktikum bei der Farb- und Trendagentur zukunftStil arbeitet sie seit 2017 freiberuflich als Farbdesignerin und hat seit 2018 einen Lehrauftrag an der HAWK Gestaltung.

Alina Schartner: Farbe & Trend (Home & Interiors)

Wie wissen Designer, Händler und die Industrie, welche Farben, Produkte und Kombinationen in Zukunft gefragt sein werden? Wie arbeiten Trendforschungsagenturen mit Farbe? Wie hält man die Balance zwischen Zukunftsorientierung und kommerziellem Erfolg? Dieser Vortrag gibt einen Einblick in die Methoden der Farbtrendforschung: Farbmonitoring, Farbprognosen, Farbkollektionserstellung, Farbe, Material und Stil.

Alina Schartner (*1986) ist verantwortlich für das Home & Interiors Lifestyle Trendbuch der Trendforschungsagentur Trend Bible in Großbritannien. Daneben arbeitet sie als Farb- und Interior Design Consultant an maßgeschneiderten Kundenprojekten. Studium Farbdesign an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, Schwerpunkte: Konzeption von Moods, Farbpaletten, Stilwelten für Interior Design Projekte, Trendrecherche und -analyse. Zuvor sammelte sie in Wien und München Erfahrung als Interior Design & Farbberaterin, Visual Merchandiserin für eine Wohnaccesoire-Handelskette, Einrichtungsberaterin im Premium Segment für italienische und französische Händler und Stylistin für eine Eventdesignagentur.

Mia Krämer: Wie fühlt sich ein Film an?

Farben beeinflussen auf eine sehr intuitive Weise die Erzählung einer Filmgeschichte und die Filmstimmung. Beruhend auf etablierten Farbsymboliken und Assoziationen, welche auf unserer Alltagswahrnehmung basieren, wird die Filmatmosphäre unbewusst wahrgenommen und interpretiert. Das Ziel meiner Bachelorthesis war es, das Unbewusste durch die Analyse und Systematisierung gängiger Farbdramaturgien offensichtlich zu machen und gleichzeitig zu begründen.
Farbe bietet die Möglichkeit, über die Narration hinaus Inhalt zu vermitteln. Mit der Wahl von Quantitäten, Intensitäten und Kontrasten werden wichtige dramaturgische Entscheidungen getroffen, da sie die Filmatmosphäre und damit die Bildwirkung extrem verändern können. Harmonie und Disharmonie werden erzeugt und eine kompositorische Spannung aufgebaut. Farbe bietet Platz für den emotionalen Überschuss der Erzählung und wirkt physisch erregend. Sie ist die Sprache der Emotion, bringt diese zum Ausdruck und löst sie aus.

Spannend wird die Farbgebung vor allem, wenn man sie in Verbindung mit anderen gestalterischen Mitteln betrachtet. Auch die Materialität und die Formsprache der Bilder übernehmen unter anderem eine wichtige Rolle.
Nach der analytischen und wissenschaftlichen Herangehensweise war mir auch eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem Thema möglich. Ich stellte mir die Frage, ob man einen Film haptisch und visuell greifbar machen kann.

Wie fühlt sich ein Film an?

Mia Krämer ist Absolventin des Kompetenzfeldes Farbdesign der Fakultät Gestaltung an der HAWK Hildesheim.

Natacha Le Duff: Museum der Farben

Wie können Farben in ihrer Vielfalt ausgestellt werden? Wie können Kenntnisse über Farben vermittelt werden? Wie können diese Elementen verbunden sein und zusammenhängen? Diese Fragen haben wir uns lange theoretisch gestellt, bevor wir eine Reihe von vier Ausstellungen gestaltet haben. Diese Konkretisierungen haben uns ermöglicht, vielfältige Ebenen von der Ausstellungsgestaltung zu erfahren: Von Exponaten zu Suche und Auswahl, zum Bühnenbild, über Vorbereitung von Ausstellungstexten und Produktionsleitung haben wir es geschafft, eine Methode, die wir im Rahmen unseres Vortrags einleiten werden, zu entwickeln. Wir glauben und wollen ihnen zeigen, dass diese Methode anwendbar für ein endgültiges Museum der Farben sein kann.

Kurzprofil
Seit Abschluss ihres Kulturmanagementstudiums an der Sciences Po in Grenoble arbeitet Natacha Le Duff an dem Projekt für das „Museum der Farben“. Parallel zu der Projektleitung hat sie als engagierte Geschichts- und Kulturvermittlerin in der Hauptstadt gearbeitet. Seit 2017 hat sie eine Ausstellungsreihe in Berlin entwickelt, wo sie und ihr Team sich vielfältige Themen über Farben ausgedacht haben. Die Ausstellungsreihe zog bisher die über 2400 Besucher an. Weitere Partnerschaften mit Museen erlauben es ihr und ihrem Team, ein breites Publikum zu erreichen sowie Erfahrungen zu sammeln.

Lena Lübben: Industrieboden 2.0

Analyse der Gestaltung im Bereich der Industrieböden und
Entwicklung einer innovativen (Fliesen-) Kollektion für den Retail Bereich

Industrieböden standen bislang vor allem unter dem Aspekt der Funktionalität. Allerdings haben sich die Ansprüche dies bezüglich verändert. Welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es im Bezug auf das Design? Innerhalb meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Industrieböden befasst und dabei stets die Rolle des Designs hinterfragt. Ziel des theoretischen Teils war es, einen Überblick über die vergangenen und aktuellen Gestaltungsansätze und Themen der Gestaltung im Bereich der Industrieböden zu geben. Die daraus resultierenden Kriterien und Anforderungen für die Zukunft dienen als Grundlage der gestalterischen Umsetzung.Auf Basis dessen ist die Kollektion „TONWERTE“ entstanden, welche Funktion und Design optimal miteinander verknüpft und die Vorzüge des Materials in den Vordergrund stellt. Durch die Kooperation mit dem Unternehmen Röben Tonbaustoffe GmbH konnten die Prototypen der Kollektion in dem hauseigenen Labor der Firma hergestellt und geprüft werden.
Durch die Vielfalt an neuen und unterschiedlichen Technologien können Industrieböden in Zukunft noch optimaler, funktionaler und ästhetischer gestaltet werden. Für uns Designer entsteht somit ein breites Spektrum an Möglichkeiten, bestehende Produkte gestalterisch zu optimieren oder neu zu erfinden.

Lena Lübben absolvierte 2012 ihren Bachelor-Abschluss mit der Fachrichtung Farbdesign an der HAWK in Hildesheim. Nach zweijähriger Tätigkeit als Junior Designerin in dem Unternehmen Popken Fashion Group, kehrte Sie 2014 für das Masterstudium mit der Fachrichtung Gestaltung an die HAWK in Hildesheim zurück. Im Jahr 2017 hat sie das Masterstudium erfolgreich abgeschlossen. Seit August 2017 arbeitet Lena Lübben als Designerin für das Unternehmen Rasch Textil in Bramsche.

Martin Benad: Gebautes farbig zu Ende empfinden

Wie Farbigkeit das Wahrnehmen von Architektur verändert.

Farbigkeit ist eine mächtige Brücke der Weltbegegnung. Zum einen unterstellen wir intuitiv jeder farbigen Erscheinung, dass sie Ausdruck eines Wesenhaften ist, das sich in ihr abbildet und dem wir im Akt des Wahrnehmens begegnen.

Zum andern überschreitet das Wahrnehmen von Farbklängen oder Farbstimmungen durch sich selbst schon die Grenze zwischen Subjekt und Objekt. Sich auf die Farbigkeit einer Umgebung einzulassen heißt zugleich, gemüthaft an dieser Umgebung teilzunehmen.

Gebautes ist für das Erlebnis nur in einem sehr geringen Umfang physischer Natur, auch wenn alles, was an einem Gebäude sinnlich erfahren wird, einen Bezug zum physischen Baukörper hat. In einem Gebäude sind beispielsweise die kulturellen Ideale eines Bauherrn unmittelbar erfahrbar, oder aber sein auf rein wirtschaftliche Überlegungen reduzierter Entscheidungshorizont. Die Unsicherheit oder Überheblichkeit eines Architekten kann genauso spürbar sein wie seine den dort lebenden Menschen entgegengebrachte Wertschätzung und Einfühlung. Gebautes kann sich als serielles Raster zeigen, tot, monoton, ohne Bezug zum Lebendigen. Es kann aber auch im belebten Rhythmus erscheinen als melodisch-harmonisches Auf- und Abschwingen. Gebautes kann wahrgenommen werden als sei es behindert, autistisch oder verwaist und ungeliebt. Auf der anderen Seite kann es zugewandt, gesund, vertraut, stimmig, stark und stärkend erscheinen.

Farbigkeit hat einen immensen Anteil daran, wie Menschen Architektur er-leben, das heißt: wie Architektur in ihr Leben tritt und es bereichert oder verödet. Der Farbgestalter Friedrich Ernst v. Garnier formuliert den Anspruch an seinen Beruf mit den Worten: „Gebautes farbig zu Ende empfinden“. Martin Benad interpretiert in seinem Vortrag dieses Zitat anhand zahlreicher Beispiele. Im Mittelpunkt steht dabei die Phänomenologie des Wahrnehmens.

Martin Benad führt seit 1996 zusammen mit seiner Frau Ursula das Münchner Atelier Benad, dessen Arbeitsschwerpunkte Farbenplanung, Wandmalerei und Weiterbildung sind. Martin Benad ist Autor bzw. Co-Autor von 16 Büchern zu den Themen Farbgestaltung und Farbenplanung, Wandmalerei und Gestaltungstechniken.

Andrea Greinöcker: Ein Farbfächer für Anpruggen

Das Ziel der Arbeit war es, einen Farbleitfaden für einen Stadtteil von Innsbruck anzufertigen. Dabei wurde die Vorgehensweise des Züricher Farbfächers als Vorgabe herangezogen. Es geht um die Abmusterung von Fassadenfarben und die Herausarbeitung spezifischer Farbklänge. Im Rahmen dieser Arbeit findet eine Auseinandersetzung mit den gegebenen Farbatmosphären und Farbräumen statt. Diese sollen analysiert und dargestellt werden, um sie in der praktischen Umsetzung auf Innenräume und Außenräume zu übertragen.

Dipl. Ing. Andrea Greinöcker (*1976) ist selbständig als Innenarchitektin und Farbdesignerin bei Artigeniale e.U tätig.
Nach einer Ausbildung zur Tischlerin und einem abgeschlossenen Architekturstudium an der Hochschule Karlsruhe KIT erfolgte eine Spezialisierung in den Bereichen Innenarchitektur und Farbdesign. Sie absolvierte von 2013 – 2017 die IACC Akademie in Salzburg mit dem Abschluss zur Dipl. Farbdesignerin.

Linda Hasdorf & Annika Schenk: Trendszenarien

Im Rahmen einer Bachelorarbeit führten Linda Hasdorf und Annika Schenk ein Trendscouting im Bereich Interior, Fashion, Lifestyle und Design durch. Aus dem umfangreichen Scouting entwickelten sich 22 Trendwelten, die Aufschluss über die Farb-, Form und Materialentwicklungen der nächsten zwei Jahre geben. In dem Vortrag präsentieren wir die Ergebnisse der Projektstudie und geben einen Einblick in den Prozess des Scoutings.

Linda Rasdorf und Annika Schenk sind Bachelor-Absolventinnen des Kompetenzfeldes Farbdesign an der Fakultät Gestaltung der HAWK Hildesheim.

Ariane Clermont: Wissen gestalten

Entwicklung eines Gestaltungskonzepts zur optimalen Wissensvermittlung an niedersächsischen weiterführenden Schulen am Beispiel von Lehrmedien für den Kunstunterricht.

Unser ganzes Leben lang haben wir das Bedürfnis, Neues zu lernen. Neben dem Lernen von kognitiven Eigenschaften, dem Umgang mit Gefühlen und Erfahrungen im Zwischenmenschlichen, gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Themen, welche im Bildungssystem ihren Platz finden. Eines dieser Themen ist die Farbenlehre, welche im Kunstunterricht vermittelt werden soll. Farbe ist nicht aus dem Bildungssystem wegzudenken und stellt einen wesentlichen Faktor unserer Wahrnehmung dar. Doch obwohl Farbe so vielfältig ist, geht die Wissensvermittlung der Farbenlehre an vielen Schulen nicht weit über einseitige Farbsystematiken hinaus. Damit beinhaltet der Unterricht nur einen Bruchteil der Farbenlehre und lässt dabei die wichtigen Themen der Farbwahrnehmung und der Essenz der Farbe aus. Aus diesem Grund muss der Lehrinhalt der Farbenlehre auf einen aktuellen Stand gebracht und mit passendem Lehrmaterial unterstützt werden. Erst dann haben die SchülerInnen die Möglichkeit, sich der Ganzheitlichkeit des Themas Farbe bewusst zu werden und durch eine bewusste Wahrnehmung das Gesehene mit allen Sinnen zu begreifen.

Ariane Clermont (*1994) studiert im Abschlusssemester Master of Arts an der HAWK Hildesheim.

Rahel Brochhagen: Eine visuelle Auseinandersetzung mit der Farbe Blau

Auf einen jeden und eine jede wirkt Farbe unterschiedlich. Wir verbinden mit ihr Begebenheiten, Gegenstände oder Situationen. Doch wie sieht der tatsächliche Farbraum um die Assoziationen von Blau aus? Ist Blau tatsächlich einfach bloß Blau?
Rahel Brochhagen diskutiert den vermeintlich schwer greifbaren Begriff der Farbe beispielhaft anhand von Blau. Aus einem künstlerischen Blickwinkel heraus beleuchtet, analysiert und abstrahiert sie den rein visuellen Assoziationsraum und lässt eine zuvor nicht klar sichtbare Metaebene des Farbraums um die Farbe Blau sichtbar werden.

Rahel Brochhagen (*1987) lebt und arbeitet als Grafikdesignerin an der Schnittstelle zwischen Kunst und Design in Berlin. Sie studierte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Saale sowie in Gent (BE) und Lausanne (CH). Im Frühjahr 2018 absolvierte Sie ihren Master of Arts an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachbereich Visuelle Kommunikation.

Mareike Hackbarth: Farbdesign Kollektion Automotive

Bei der Entwicklung eines Automobils spielt die Formensprache und Farbwahl des Exterior Designs eine immer wichtiger werdende Rolle. Zusätzlich fordert der wachsende Trend zur Individualisierung das Design immer stärker heraus. Die Elektroautostudie I.D. Buzz von Volkswagen soll ab dem Jahre 2022 das Bulli-Fahrgefühl in die Zukunft tragen. Das bietet uns als Designschaffende die Möglichkeit, die gestalterischen Weiterentwicklungen für einen E-Bulli der Neuzeit zu erforschen, um das jetzige Showcar für ein zukünftiges Serienfahrzeug optisch aufzuwerten. Der Volkswagen Bulli trägt bereits ein schweres Erbe an typischen Farben mit sich, dabei gilt es herauszufinden, ob diese für einen Transfer auf die E-Mobilität tauglich bzw. übertragbar sind. Der Fokus bildet die Optimierung vom ersten Entwurf der Volkswagen Bullis, über die »I.D. Buzz« Zukunftsstudie, bis zur finalen Serienanwendung. Hierbei steht die Kombination zwischen der Vergangenheit und Zukunft, der Technik und des Imagetransfers der extrem starken Marke Bulli im Vordergrund. Dabei ist es entscheidend, die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen zu kennen, denn nicht jede Lackfarbe trifft den Geschmack der Kundschaft und nicht jede Lackfarbe ist für jeden Fahrzeugtypen geeignet. Nur wenn die Trends von morgen umfassend analysiert und verstanden werden, kann durch die Festlegung von Gestaltungszielen in Form von trendigen Lackierungen und außergewöhnlichen Farbakzenten, zielführend ein »I.D. Buzz« Serienfahrzeug gestaltet werden.

Mareike Hackbarth (*1993) ist Master-Absolventin der HAWK Hildesheim.