Mark Gutjahr: We drive Color

The emotional side of a high performance material.
Car colors not only serve multiple purposes from UV-hiding to corrosion protection, but always add an emotional layer to underline the fascination of the high tech products they protect. In search of the future we created different processes and ideation tools to be able to translate the audiences not-already-known-wishes into car paint that will fit the product and last long enough to not get out of fashion.

Bio:
Not only since he drives cars, his blood was infected by the auto-virus – so finally Mark became an expert in automotive color. After studying design at the KISD, Cologne and graduating there, he worked for numerous companies from furniture to exhibition, from materials to colors. With his skills in trend research and transferring it into/onto designs and surfaces, he started to work with BASF since 2004 on various projects. In 2011 he headed the EMEA design team at the Coatings Division where they work with the automotive industry in search of future color directions.

Axel Buether: Evidenzbasierte Farbgestaltung

Industriemessen rund um die Welt belegen die stetig wachsende Bedeutung des Farbdesigns, das immer häufiger zum entscheidenden Verkaufsargument wird. Wo sich die technischen Spezifikationen von Produkten annähern, bietet das Farbdesign einen Weg zur Individualisierung. Hochwertiges Farbdesign steigert die Attraktivität, Wiedererkennbarkeit und Aussagekraft von Produkten aller Art. Damit steigt auch die Notwendigkeit evidenzbasierter Farbgestaltung, denn durch die Produktion, Lagerhaltung und den Vertrieb von Industrieprodukten entstehen den Unternehmen hohe Kosten. Ästhetische Konzepte müssen nicht mehr nur durch gestalterische Argumente, sondern durch Vergleichsanalysen und Forschungsergebnisse belegt werden. Was für Industrieprodukte gilt, gewinnt zunehmend auch für die Raumgestaltung an Bedeutung. Ein geeignetes Ambiente kann entscheidend zum Ziel der Nutzung beitragen und damit auch den Erfolg der Investition sichern. Fehlentscheidungen können das Gegenteil bewirken, was der Farbgestaltung große Verantwortung auferlegt, die sich in der öffentlichen Wertschätzung und dem Planungshonorar widerspiegeln muss. Was können Farbgestalter tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden? Wie können wir die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit einer evidenzbasierten Farbgestaltung überzeugen und damit die Grundlage auskömmlicher Planungshonorare schaffen?

Kurzvita Prof. Dr. Axel Buether
Handwerksausbildung zum Steinmetz; Studium der Architektur in Berlin und London; Realisierung zahreicher Projekte in Architektur, Design und Medienkunst;

Promotion im Grenzbereich von Neuropsychologie und Gestaltung zum Thema „Semiotik des Anschauungsraums – Die Bildung der räumlich-visuellen Kompetenz“; Autor zahlreicher Publikationen wie „Farbe – Entwurfsgrundlagen Planungsstrategien visuelle Kommunikation“;

seit 2006 Vorsitz „Deutsches Farbenzentrums – Zentralinstitut für Farbe in Wissenschaft und Gestaltung“, Ausrichtung von Fortbildungen, Fachkonferenzen und Wettbewerben, Herausgeber Bildungsplattform colour.education und Mitherausgeber Wissenschaftliches Journal colorturn.net;

2006–2012 Professur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) im Lehrgebiet „Farbe Licht Raum“;

2012 Ruf auf die Professur „Kreativität und Wahrnehmungspsychologie“ der Hochschule Hannover

2013 Ruf auf die Pro­fes­sur „Gestal­tung und Gestal­tungs­theo­rie“ der Uni­ver­si­tät Sie­gen

seit 2012 Professor an der Bergischen Universität Wuppertal für das Lehrgebiet „Didaktik der Visuellen Kommunikation. 2012 Gründung Forschungslab „Farbe Licht Raum“; Empirisches Farbdesign in den Bereichen Produkt, Bildung und Gesundheit.

Markus Schlegel: System Color Codes – Hildesheimer Modell

Der Titel widmet sich einem Thema welches in der Wissenschaft seit spätestens dem 18. Jhdt. auf der Tagesordnung steht. Nämlich dem Drang, unabhängig von Subjektivem, den Weg zu objektiver Erkenntnis und Wissen zu gehen. Dieser Ansatz läuft auf die wie auch immer geartete Messung von Farbe und Wahrnehmung, auf Experimente und forschende Beobachtung mit objektivierbaren Instrumenten hinaus. Auch die Farbgestaltung steht somit wie vieles in der Gestaltung unter Beweispflicht. Was ist der objektive Wert von Farbe in der Gestaltung? 

„System ColorCode“ wagt den Ansatz das vielschichtige Thema Farbe in der Konzeption, der (forschenden) Gestaltung, Betrachtung und Bewertung zu systematisieren. Größen wie zum Beispiel der monetär, ideell oder technisch messbare Wert einer Farbe sind oft wenig greif- und vergleichbar aber Teil des Systems. Farbe als visuelle, kulturelle und ästhetische Codierung, als Leseebene für Natur, Stadt, Raum, Produkt, Objekt und Kommunikation ist schier unendlich und nach unserer Auffassung in den Grundzügen dennoch strukturier- und decodierbar und somit qualitativ bewertbar.

Der Ansatz „System ColorCode“ geht davon aus, gestalterische Prozesse und Einstellungen bezüglich Farbwirkung auf uns Betrachter ein Stück weit methodisch und strategisch steuerbar zu machen. Ziel ist, das, was tatsächlich objektiv bewertbar ist oder zu sein scheint, für Lehre und Wissenstransfer als System herauszuarbeiten um damit zukünftige ColorCodes bewusst und sicher einzustellen zu können.

Der Beitrag soll als Auftakt zur Tagung mit dem Titelt >> the value of color << Positionsbestimmung, Aushandlung zur Sprachregelung, pragmatische Denkmodelle und praktische Wege zu möglichen Bewertungsmaßstäben über systematische Farbgestaltungsprozesse aufzeigen. Das Hildesheimer Modell zeigt dabei anschaulich wesentliche gestalterische Anwendungsfelder und darin erprobte Farbstrategien. 

Kurzvita

Markus Schlegel ist ordentlicher Professor für Farb- und Architekturgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. 2004 gündet er das Institute International Trendscouting an der HAWK Fakultät Gestaltung mit Schwerpunkt Zukunftsforschung in der Gestaltung. Seit 2008 ist er aktives Mitglied des Dekanats als Studien- und Prodenkan. Neben Industriecoaching und Farbforschung konzipiert und kreiert er in diesem Zusammenhang Kollektionen, Farb- und Materialkonzepte für Innenräume und Fassaden sowie Farbmasterpläne. Er ist Mitinhaber des Designbüros ColorConcepLab und Kurator des Deutschen Farbenzentrums eV. und vertritt dort das Resort Zukunftsforschung Farbe. Schlegel ist in viele unterschiedliche Projekte involviert, hält Vorträge und veranstaltet Weiterbildungskurse, ist Jurymitglied von mehreren Wettbewerben und Verfasser zahlreicher Publikationen, stets zum Thema Farbe und Materialität in der Architektur und der Zukunftsforschung.

Lutz Forster: Color on Stock – Farbe im Film

„It easier to make color look good.
But harder to serve its story“ R. Deakins

Farbe als psychologischer Prozess im visuellen Geschichten erzählen. Farbe als Hauptattribut um den Filmverlauf zu beeinflussen.

Neben Farbharmonien wird Farbe im Film genutzt um bedeutendere Dinge einer Geschichte zu erzählen, so wie voran zu treiben.

Psychologisch ist man in der Lage mit nur einer Nuance eine unterbewusste Stimmung bei dem Betrachter zu erzeugen.

Sei es eine Ära, eine Transformation, die Entwicklung eines Charakters oder auch die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.

Lutz Forster – KURZPROFIL

Lutz Forster, C.S.I. arbeitet als Vollzeit Digital Colorist in Berlin. Während seines B.A. Abschluss an der HAWK Hildesheim begann er in einer Produktionsfirma für Werbefilm und Musikvideos tiefere Schritte in das Feld der Nachbearbeitung von Bildmaterial zu machen. Dabei lag das Hauptaugenmerk in der Farbkorrektur und dem Color Grading von gedrehten Bildmaterial. Er Arbeitet zur Zeit als Freelancer an nationalen und internationalen Produktionen und ist seit Anfang 2017 ein volles Mitglied der Colorist Society International.

Sein Feld bedient dabei Spielfilm, Werbefilm, Serien und Musikvideos.

Prof. Dr. Karl Schawelka: Farben als Signale

Wir alle wissen, dass die Signalwirkung bei Verkehrsschildern oder Flaggen stark von deren Farben abhängt. Mühelos lassen sich auch andere Beispiele wie das Blaulicht, der Feuermelder oder auch die vielerlei Kontrolllämpchen für den Gebrauch von Farben als Signale finden. Biologisch gesehen dürfte der Signalcharakter von Farben sogar grundlegend sein, denn ein Organismus opfert nur dann kostbare Ressourcen, um auffallende Farben hervorzubringen, wenn er damit anderen Organismen etwas mitteilt, das dem hervorbringenden Organismus nutzt. Umgekehrt muss ein Organismus lernen, die für ihn relevanten Signale aus der Umgebung herauszupicken und den Rest vergessen. Es gibt aber auch Regeln dafür, wie ein Signal je nach den Umständen sowie dem jeweiligen Adressaten beschaffen sein sollte, damit es wirksam wird und nicht beispielsweise im Hintergrundrauschen verschwindet. Wir Menschen bauen auf diesen biologisch und wahrnehmungspsychologisch angelegten Gegebenheiten auf, auch wenn wir sie in unseren verschiedenen sozialen Lebenswelten im Verlauf der kulturellen Entwicklung ungeahnt erweitert, verkompliziert und verfeinert haben. Im Vortrag sollen diese Regeln vorgestellt und vorzugsweise anhand von Beispielen aus der Warenwelt analysiert werden.

Karl Schawelka

  • geboren 1944 in Fürth/Bay.
  • hat nach dem Abitur von 1964 bis 1969 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg Malerei studiert, gefolgt von einem Studium der Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste in München, das er 1971 mit dem Staatsexamen abschloss.
  • Von 1971 bis 1977 studierte er Kunstgeschichte in München und Paris.
  • 1978 erfolgte die Promotion in München mit einer Arbeit zur Kunsttheorie von Eugène Delacroix.
  • Von 1978 bis 1984 war er wiss. Assistent an der TU München, von 1984 bis 1988 wiss. Angestellter an der Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Dem schloss sich (von 1988 bis 1993) eine Zeit an der Gesamthochschule Kassel-Universität zunächst als Vertretungsprofessor und dann als Professor für ‚Kunstgeschichte der Moderne’ an.
  • 1989 erfolgte die Habilitation an der TU München.
  • Das Thema der Habilitationsschrift lautete: Quasi una musica. Untersuchungen zum Ideal des „Musikalischen“ in der Malerei ab 1800.
  • Von 1993 bis 2010 vertrat er das Gebiet ›Geschichte und Theorie der Kunst‹ an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, der er zweimal als Dekan vorstand.
  • Daneben war er von 2002 – 2007 1. Vorsitzender des deutschen Farbenzentrums e.V.
  • Nach der Versetzung in den Ruhestand lebt er weiterhin in Weimar, wo er noch Absolventen, Doktoranden und PhD-Studenten betreut.
  • Er ist verheiratet mit der Volkskundlerin Anne Feuchter-Schawelka.
  • Die Tochter Laura Schawelka ist zur Zeit Studentin der Freien Kunst (MfA).
  • Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich Farbe und Wahrnehmung, Kunsttheorie, Gegenwartskunst und Kunst im öffentlichen Raum.

Jörg Niederberger: Kunst Farbe Poesie

Kunst – und im Zusammenhang mit Architektur kann dies Farbe sein – weckt Sinnlichkeit.

Das linear logische Verständnis rückt in dieser Umgebung in den Hintergrund und schenkt dem Raum, was das Herz direkt anzusprechen vermag.

Farbe ist die poetisch kongruente Komponente bei Bauten, die man als nutzbare Plastiken begreifen kann. Neben dem Zweck, der unterschiedlichsten Ansprüchen und Verwendungen zu dienen hat, wirken die Farbsetzungen und -konzepte, seien sie industriell oder manuell hergestellt, sinnlich auf die emotional gestimmten Gemüter der Menschen, denen die Gebäude förderliche Umgebungen sein sollen. Innen wie außen.

Farbe & Bau-Projekte, als nicht artifizielle Farb- und Formgestaltungen, sind sinnlich komplexe Interaktionen von Kunst in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Ausgehend von der Kunst, wird im Vortrag die Intention der Position der Farbe erörtert und mittels Beispielen aus der Praxis deren unterschiedlichen Einsatzorte aufgezeigt.

Ralf Buchholz: Farbe als Archiv

Farbe als Archiv – Vom Umgang mit Farbigkeit in der Restaurierung

Restauratoren sehen Farbe und Farbigkeit, wenn sie historisch überliefert ist, auch als Informationsträger und als Wissensspeicher, als Quelle von technologischer und materialtechnischer Herstellungsweise und als Überlieferung der ursprünglichen, wenn auch bereits veränderten, Farbwirkung. Farbe ist für die Restaurierung ein Werkstoff, Farbstoff auf Holz oder einfach eine Mischung aus Pigmenten und Bindemitteln. Dies charakterisiert den Umgang mit Farbigkeit oder Farbkonzepten und gibt Hinweise bei der Inszenierung der Geschichte, also der Interpretation von Farbbefunden und Farbveränderungen bei Restaurierungskonzepten und den dann auszuführenden Restaurierungen sowie bei Neufassungen oder Rekonstruktionen.

Fallbeispiele aus der Restaurierungsgeschichte und Praxisbeispiele der aktuellen Denkmalpflege zeigen Vorgehensweisen und den Umgang der Restauratoren mit diesem Archiv und Erbe auf.

    • Dr. Dipl.-Rest. Ralf Buchholz, HAWK Hildesheim

    • Tischlerlehre, 4jähriges Museumsvolontariat Germanischen Nationalmuseum Nürnberg
    • Seit 1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Möbelrestaurierung an der HAWK
    • 2001 Diplomarbeit über die „Entwicklung und Geschichte der synthetischen Holzbeize“
    • Ehrenamtliches Engagement im Verband der Restauratoren (VDR)
    • Autor zahlreicher Publikationen, u.a. „Vom Färben des Holzes. Holzbeizen von der Antike bis in die Gegenwart“, „Schokowood“ oder „Restaurierung und Öffentlichkeit“

2015 Promotion an der Universität Hamburg über „Eingedrückte Streifen – Ein Gestaltungsmittel auf Holzoberflächen zwischen 1450 und 1600“, Buchveröffentlichung

Thomas Hoffmann und Wolfram G. Beck: farbrat – Wertegemeinschaft

Der Wert der Farbe bedeutet für uns, das Farbe, Material und Oberfläche in Ihrer ursprüngliche Form wieder für Menschen erschlossen und erfahrbar gemacht werden muss.

Wenn Farbe zum Material wird, bedarf es keiner Erklärung!
Erkennen wir Farbe als Material?

Schlüsselerlebnisse die beeindruckend klar darstellen, was Jahrhunderte den Menschen klar war, den wahren Material-Wert der Farbe = Farbe als Material.

farbrat, kompetent und führend im Umgang mit Farbe
„Wir, die farbrat eG, sind eine Wertegemeinschaft ambitionierter Farbgestalter in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir widmen uns der Auswahl und Verarbeitung von exklusiven Materialien.
Wir stellen uns individuellen Anforderungen, verstehen uns als autorisierte Spezialisten für Visionen, Service, Qualität und Dienstleistungen.“

Thomas Hoffman und Wolfram G. Beck sind Gründungsmitglieder des farbrates und Vorstände der farbrat e G.