Mark Braun: Farbe + Produkt, eine Sprache ohne Worte

Für mich ist der Wert der Farbe untrennbar mit Funktion und Identität im Produktdesign verbunden. Farbe als assoziative Sprache ohne Worte, die gekonnt eingesetzt dem Produkt erst Leben einhaucht ohne dabei zwingend modisch zu sein.

Vita: Mark Braun runs his own design studio in Berlin since 2006. His portfolio extends projects for several companies like Conmoto, hem, Lobmeyr, Northern, Nomos Glashuette, Thonet and many more. His products were honored with various awards, like IF Award, Red Dot, German Design Award and more. His studio editions have been on show at well known galleries like S. Bensimon, Paris and Libby Sellers, London and others.
Beside his studio projects Mark Braun has been visiting professor and guest lecturer at diverse universities such as HKD Burg Giebichenstein, Halle or ECAL Lausanne. Since 2015 he is professor for Industrial Design at HBK Saar.

Studio Mark Braun

Studio Besau-Marguerre: Die Umkehrung des White Cube

Die Umkehrung des White Cube vs. drei markante Farben
Elbphilharmonie vs. About You

Zwei Projekte eine Haltung – Wir sind Produktdesigner, Interior Designer, Stylisten und Visual Merchandiser. Wir denken von der Form und Funktion bis zur Farbe und Materialität, immer das Projekt und das große Ganze im Auge. Dabei begleiten uns grundlegende Fragestellungen:

Wie erleben wir Objekte und Raum?
Wie interagieren wir mit ihnen?
Wie benutzen wir sie?
Wie erinnern wir uns an sie?  

Wir geben Einblicke in unsere beiden Hamburger Interior Projekte. Der Möblierung der Elbphilharmonie, dem neuen Ort der Musik, in einem bemerkenswerten Gebäude von Herzog & De Meuron, sowie der Möblierung des Hamburger Fotostudios von About You, einer jungen und quirligen Modemarke.

Projekt: About You Interior Fotostudio
Konzept und Umsetzung: Studio Besau-Marguerre
Zeitraum: März bis Oktober 2017
Photo: Silke Zander www.silkezander.de

Jörg Niederberger: fou l’Art

«renkleri ve Şekil – Farben & Formen«

In mehrtägigen Workshops erlernen und entwickeln Frauen und Mädchen der Werkstätten im Çatom von Kızıltepe/ Mardin, ganz im Südosten der Türkei nahe der syrischen Grenze, spielerisch einen neuen Blick auf ihre ureigenen Quellen und Ressourcen, um daraus hervor neue Gestaltungen zu entwickeln. Anfangs Übungen, die bald zu praktischen seriell anwendbar reifen Lösungen finden für Foulard, Pareos oder Kopftüchern; Accessoires, die den ausführenden Frauen selber nicht unbekannt sind.

Um, weit ab von gestalterischen Vorgehensweisen, die aus Entwürfen geschehen, die nicht in Ahnentraditionen ihre Wurzeln haben, sondern individuelle Züge tragen dürfen, oder gar sollen, ging es darum, gestalterischen Verfahren zu finden anzuwenden, die umgehend zu Erfolgen führen.

Mittels eines simplen Design-Verfahrens, einer eigentlich großen Einschränkung, ließ sich eine vielfältige Art von vergleichbarer »Einheit« bilden, bei der die gestalterische Autorschaft zurücktritt und gleichzeitig dennoch die gestalterische Intelligenz preisgibt.

Durch serielle Verfahren ästhetisieren sich die verschiedenen Handschriften und entwickeln sich zu einem gestalterischen Ausdruck einheitlichen, doch freien Charakters, der sich gemeinsam erüben lässt.

Neben Ideenfülle wird auch Geduld und Fleiß geschult. Herkunft, ideeller Ansatz, Ausgeklügeltheit oder sich repetierende Abweichungen, verraten nicht mehr den Stand der Schaffenden als Anfänger oder Fortgeschrittene, denn in repetitiven Verfahren ästhetisieren sich die unterschiedlichen »Entwicklungsstufen« und können dennoch einzigartig »schön« sein.

Im Workshop wird das Projekt vorgestellt, und die pädagogisch, methodisch didaktischen Ansätze erläutert, das Verfahren schließlich aber handwerklich auch selbst ausgeführt, um es anschließend zu be»gut«achten, aber vor allem um es selber »be-griffen« zu haben.

Es besteht dabei auch die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben, um mit seinen Fähigkeiten und Interessen, Teil des Engagements zu werden.

Lena Lübben: Industrieboden 2.0

Analyse der Gestaltung im Bereich der Industrieböden und
Entwicklung einer innovativen (Fliesen-) Kollektion für den Retail Bereich

Industrieböden standen bislang vor allem unter dem Aspekt der Funktionalität. Allerdings haben sich die Ansprüche dies bezüglich verändert. Welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es im Bezug auf das Design? Innerhalb meiner Masterarbeit habe ich mich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Industrieböden befasst und dabei stets die Rolle des Designs hinterfragt. Ziel des theoretischen Teils war es, einen Überblick über die vergangenen und aktuellen Gestaltungsansätze und Themen der Gestaltung im Bereich der Industrieböden zu geben. Die daraus resultierenden Kriterien und Anforderungen für die Zukunft dienen als Grundlage der gestalterischen Umsetzung.Auf Basis dessen ist die Kollektion „TONWERTE“ entstanden, welche Funktion und Design optimal miteinander verknüpft und die Vorzüge des Materials in den Vordergrund stellt. Durch die Kooperation mit dem Unternehmen Röben Tonbaustoffe GmbH konnten die Prototypen der Kollektion in dem hauseigenen Labor der Firma hergestellt und geprüft werden.
Durch die Vielfalt an neuen und unterschiedlichen Technologien können Industrieböden in Zukunft noch optimaler, funktionaler und ästhetischer gestaltet werden. Für uns Designer entsteht somit ein breites Spektrum an Möglichkeiten, bestehende Produkte gestalterisch zu optimieren oder neu zu erfinden.

Lena Lübben absolvierte 2012 ihren Bachelor-Abschluss mit der Fachrichtung Farbdesign an der HAWK in Hildesheim. Nach zweijähriger Tätigkeit als Junior Designerin in dem Unternehmen Popken Fashion Group, kehrte Sie 2014 für das Masterstudium mit der Fachrichtung Gestaltung an die HAWK in Hildesheim zurück. Im Jahr 2017 hat sie das Masterstudium erfolgreich abgeschlossen. Seit August 2017 arbeitet Lena Lübben als Designerin für das Unternehmen Rasch Textil in Bramsche.