„Color.Future.Series.“ von Mareike Hackbarth, Karl-Miescher-Preis 2018

COLOR. FUTURE. SERIES. I.D. BUZZ 2.0 – Gestaltung einer Exterior Farbdesign Kollektion für das Volkswagen I.D. Buzz Serienfahrzeug
von Mareike Hackbarth (HAWK Hildesheim), lobende Erwähnung

„Farbe der Zukunft – Detaillierte und in die Zukunft blickende Arbeit mit viel Potential im Umgang mit Farbe und Farbmitteln im Automobilbereich. Der Wert der Farbe wird in Zukunft noch eigenständiger und elementarer Faktor der Gestaltung.“

„Filme zum Anfassen“ von Mia Krämer, Karl-Miescher-Preis 2018

FILME ZUM ANFASSEN – Gestaltungskonzept zur Darstellung der innerfilmischen Atmosphären in WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN von Lynne Ramsay; von Mia Krämer (HAWK Hildesheim), lobende Erwähnung

„Farbe im Film – Tiefe, persönliche Analyse des Phänomens Farbe im Film, verstärkt den Wert der Farbe für das „Gefühl“ eines Films.“

„Neo Patina“ von Marcel Kreipe, Karl-Miescher-Preis 2018

2. Preis

NEO PATINA – Metallfärbung und ihr Zusammenspiel mit der Druckgrafik von Marcel Kreipe (HAWK Hildesheim)

„Farbe als Archiv – analytische Arbeit, verallgemeinerbar und Vorbild für den Umgang mit dem Medium Farbe (Rezepte), visuell sehr ansprechend. Der Wert der Farbe liegt in der Vielfältigkeit der Gestaltfindung einfacher Materialien.“

Neo Patina: Marcel Kreipe

„Komplementär“ von Theresa Kretsch , Karl-Miescher-Preis 2018

1. Preis

KOMPLEMENTÄR von Theresa Kretsch (Kunsthochschule Weißensee, Berlin)

„Die Masterarbeit KOMPLEMENTÄR beschäftigt sich mit der Farbwirkung von Gestricken unter Beeinflussung ihrer dreidimensionalen Struktur.
Farbe als Designkriterium – Analytisch, hohe Tiefe der Analyse, visuell ansprechend, Übersetzung von Farbkontrasten in konkrete Gestaltung. Farbe wird zum Designkriterium und dadurch zu einem elementaren Wert in der Gestaltung.“

Theresa Kretsch_ Komplementär 

Farbe interdisziplinär diskutiert

Farbexpert/inn/en trafen sich zwei Tage zur Konferenz „Farbe im Design – the Value of Color“ an der HAWK

Gut besucht und erfolgreich: Rund 200 Besucher/innen aus Deutschland und den Nachbarländern fanden sich an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim zur internationalen zweitägigen Konferenz „Farbe im Design – The Value of Color“  ein. Die Tagung, schon seit Wochen ausverkauft, wurde für Konferenzteilnehmer live gestreamt.

Aktuelle Fragen und Forschungsthemen der Farbgestaltung wurden in 29 Vorträgen und zwölf praktischen Workshops präsentiert und diskutiert. Prof. Timo Rieke hatte mit seinem Team an der HAWK Designer/innen, Wissenschaftler/innen, Handwerker/innen, Künstler/innen und Industrievertreter/innen gewinnen können, um disziplinübergreifend und kooperativ die Zukunftsthemen der Farbe zu debattieren.

„Der Mehrwert liegt darin, dass wir als Disziplin oftmals alleine dastehen – Farbe ist nicht so etabliert wie Produkt- oder Grafikdesign und immer noch ein Nischenthema“, sagte  Prof. Rieke. „Alle Menschen hier sind aus der Profession Farbe, man versteht sich hier. Die Tagung ist genauso ausgelegt, dass wir vom Handwerk über die Wissenschaft zum Design und zur Kunst alle Spielarten der Farbe abbilden.“

Begrüßt wurden die Teilnehmer/innen von Dr. Marc Hudy, dem Präsidenten der HAWK: „Solche Tagungen machen uns sichtbar“, betonte Hudy und hob den besonderen Charakter der Veranstaltung hervor: „Diese Tagung ist ganz typisch für unsere Hochschule: sie ist interdisziplinär – und das macht auch die Lehre und Forschung der Fakultät mit ihren verschiedenen Kompetenzfeldern aus.“ Solch ein Austausch auf Tagungen sei sehr wichtig für die Hochschule, zumal die Fakultät Gestaltung eine besondere Strahlkraft in die Fachwelt hinein und nach außen entwickle.

Prof. Timo Rieke zog am Ende ein sehr zufriedenes  Fazit: „Ich sehe heute viele strahlende Menschen und hoffe natürlich, dass sich auch der Standort Hildesheim in den Köpfen der Teilnehmer einprägt hat und wir die eine oder andere Kooperation auf die Beine gestellt haben.“

Mitveranstaltet wurde die Konferenz vom Deutschen Farbenzentrum mit Sitz an der Bergischen Universität Wuppertal.

Kevin Momoh

ERÖFFNUNGSVORTRAG – Farbe im Design – The Value of Color, Timo Rieke, 2018

Sehr geehrt Damen und Herren! 

Vielen Dank an die Worte des Präsidenten der HAWK Dr. Marc Hudy! 

Farbe wird viel zu oft mit Buntheit verwechselt und doch ist es genau die Buntheit, welche der Farbe ihre Qualität verleiht! 

Farben sind der Faktor X, der Produkten, Medien, Räumen und Orten Inhalt und Emotion verleiht. Farbe ermöglicht stimmiges, nachhaltiges, identifizierbares und zeitgenössisches Design. Dabei sind die Farben, welche uns umgeben, Symptom und Akteur zugleich. Die Analyse und die Verwendung von Farben spiegelt und generiert Haltungen, soziokulturelle Bezüge, sensuelle Prägungen und funktionale Entwicklungen. Für Designer ist Farbe Ausdrucksmittel in einer Welt, die immer bunter wird und in Aufmerksamkeit verliebt erscheint. Eine lexikalische Farbenlehre, in der bestimmte Farben bestimmte Funktionen übernehmen, gibt es dabei nicht mehr. Farbe ist viel mehr zu einer Sprache geworden, die ihren Inhalt aufgrund digitaler, medialer Erfahrungen ständig zu ändern scheint. 

Schon lange werden keine Farben mehr verkauft, sondern Erlebnisse. Storytelling, Moodmanagement, Color-Consulting und Service-Design prägen das Farbdesign der Zukunft. Trends wie Neuromarketing oder Sensory Branding entdecken das multisensuelle Potenzial der Farbe gerade erst. 

Während die Konsumseite der Farben sich extrem diversifiziert und beinahe unüberschaubar wird, gerät die Essenz der Farben immer mehr in den Hintergrund. Menschen, so scheint es, beschäftigen sich lieber mit der neuesten Trendfarbe als für die nachhaltige Entwicklung ihres Stadtquartiers oder der Produkte, die sie umgeben. Die Faszination der Zukunft spielt sich derzeit im Tablet ab und nicht in der Wandgestaltung. Dabei ist die Stärke der Farben im Sinne der menschlichen Wahrnehmung nicht ihre Wandelbarkeit, sondern ihre Konstanz. Vernachlässigen wir im Streben nach den perfekt gerenderten Bildern der Zukunft die Gegenwart? Was können wir aus diesem Dilemma für die Zukunft lernen? Wie können wir Neugier für die Essenz der Farben im Heute erreichen? 

Der Philosoph Slavoj Zizek proklamiert, dass wir Klischees brauchen, um uns selbst in der Gesellschaft zu verorten und zu orientieren. In diesem Sinn brauchen wir besonders in Zeiten des Wandels neue Klischees, um der gewünschten Zukunft ein Gesicht zu geben. Wir als Theoretiker, Architekten und Designer sind letztlich damit beschäftigt aus den alten Klischees neue Visionen zu entwickeln und zu verorten. Daraus wächst eine Verantwortung.

Wenn Farbe keine rein persönliche Geschmacksentscheidung sein soll, so wird sie zur gesellschaftlichen Aufgabe. Und dann geht es darum, identifizierbare Räume und Objekte zu schaffen, die Funktion, Sensualität und Kultur im Bezug auf Raum und Form optimal einstellen. 

Die Konferenz in Hildesheim bietet die Plattform für bewusste Gestaltung mit Farben unter Berücksichtigung von Wissenschaft, Kunst und Design, Architektur, Handwerk und Industrie. Lassen Sie uns – nicht nur heute und morgen – gemeinsam die Hintergründe von Farben im Design betrachten und eine Vorstellung für die Zukunft entwickeln.

Ich bin Timo Rieke und Professor für Farbdesign an der HAWK und darf Sie hier sehr herzlich begrüßen.

Ein Jahr habe ich an der Konferenz gearbeitet und ich erinnere mich noch gut, dass das Konzept im Krankenhaus entstand, verunfallt beim Badminton mit unserem Dekan.  Just an dem Tag, an dem ich auf die Professur berufen wurde. Wenn das für ein Zeichen ist, weiß ich auch nicht genau, zumindest hat es zu dieser Tagung geführt. Und ich spüre eine große Erleichterung, dass dieses Jahr mit vielen Anstrengungen und Wandlungen nun mit so vielen bekannten und freundlichen Menschen endet. 

Die Konferenz ist für mich aber kein Abschluss, sondern vor allem ein Aufbruch, mit Ihnen zusammen am Wert der Farbe zu arbeiten und diesen in die Welt zu tragen. Die Multidiziplinarität der Farbe macht sie nämlich zu einer Zukunftsdisziplin. Farbdesign ist intermodal und fordert einen sehr offenen Blick auf die Gesellschaft.

Ich freue mich, dass wir so viele Vertreter unterschiedlicher Disziplinen der Farbe heute und morgen bei uns begrüßen dürfen! Vom Design über das Handwerk, von Künstlern zur Industrie und von der Wissenschaft in die Praxis ist es hier ein kurzer Weg.

Das Programm findet an zwei Tagen, in zwei unterschiedlichen Settings statt. Heute sind wir hier am Hohnsen 2, zu Gast bei der Fakultät Bauen und Erhalten. Es gibt heute nur dieses Plenum und verbringen den Tag hier zusammen. Es wird kleine Pausen geben, in den Pausen werden Sie verpflegt, das Catering finden Sie von mir aus auf der linken Seite. 

Nach jedem Vortrag haben sie die Möglichkeit, kurze Fragen zu stellen, nutzen Sie aber ach die Gelegenheit die Vortragenden danach persönlich anzusprechen. 

Das Thema der Tagung wird dann um 18:00 Uhr, geleitet von Moderatorin und Designerin Christina Loock, diskutiert.

Heute Abend findet im Anschluss die Mitgliederversammlung des Deutschen Farbenzentrums statt, um 19:00 Uhr bis ca. 20 Uhr in Haus A auf dem Campus Weinberg. Folgen Sie einfach den Menschen, dann finden wir gemeinsam den Weg. Oder Sie schließen sich der Gruppe an, die um 19:00 Uhr, startend vor dem Gebäude, einen kurzen, geführten Stadtspaziergang macht, es gibt eine Kapazität von 50 Menschen.  Start, wie gesagt, hier vor dem Gebäude! 

Sie werden dann zum Campus Weinberg zurück gehen, wo wir uns ab 20:30 zum Meet&Greet zusammenfinden. Für Verpflegung ist dort gesorgt!  Es besteht dann dort auch die Möglichkeit, sich schon für Workshops am Samstag einzutragen! 

Um 21:30 Uhr gibt es einen Schnipselvortrag zum Thema Color Grading, Farbe im Film, von Lutz Forster im Hörsaal am Campus Weinberg und zeitgleich eine Performance mit der Tanzgruppe Ars Saltandi, die eine Studentin zusammen mit der Gruppe entwickelt hat. 

Um spätestens 23:00 Uhr sollten wir dann enden, damit noch etwas Zeit zur Vorbereitung auf den nächsten Tag bleibt.

Der Samstag wird wahrscheinlich unruhiger! 

Vorträge finden im Hörsaal in Haus A statt,  das Farbdesignforum in Haus E und Workshops über den Campus verteilt. Eine Raumbezeichnung finden Sie im Programm und bei der Anmeldung, folgen Sie den farbigen Linien und den Beschriftungen der Gebäude! Haus A, B, C, D, E. Zeit zum wechseln der Räume sollte reichen.  

Die Räume haben bestimmte Kapazitäten, daher kann es an der ein oder anderen Stelle eng werden. 

Leider können nicht alle die Vorträge im Hörsaal sehen, daher gibt es auch die Möglichkeit den Live-Stream in Haus A im ersten Stock aufzusuchen. Das ist erfahrungsgemäß ganz angenehm.

Die Inhalte haben Sie schon in unserer Broschüre gelesen, markieren Sie sich einfach, was Sie interessiert! Melden Sie sich vor allem für Workshops an! Vom Pigment zum Pixel finden Sie bereichernde und sehr praktische Übungen.  Im Farbdesignforum spricht unter anderm der Nachwuchs, was ich für besonders spannend halte! Denn viel dieser Inhalte sind neu und ganz besondere Impulse für Designpraktiker. 

Den Büchertisch finden Sie in Haus E, eine Ausstellung im Raumlabor auf dem Parkplatz und die Ausstellung des Karl-Miescher-Preises in Haus A. Klingt kompliziert, ich bin aber sicher, Sie kommen schnell zurecht. Fragen Sie ansonsten die Studierenden, zu erkennen an diesem Band. Die wissen, wohin sie müssen.

An dieser Stelle, als Vorspann, danke ich dem gesamten Ausstellungsteam, das die Tagung realisiert hat. Ich wünsche eine gute Tagung! 

Foto: Kevin Momoh

Axel Buether: Evidenzbasierte Farbgestaltung

Industriemessen rund um die Welt belegen die stetig wachsende Bedeutung des Farbdesigns, das immer häufiger zum entscheidenden Verkaufsargument wird. Wo sich die technischen Spezifikationen von Produkten annähern, bietet das Farbdesign einen Weg zur Individualisierung. Hochwertiges Farbdesign steigert die Attraktivität, Wiedererkennbarkeit und Aussagekraft von Produkten aller Art. Damit steigt auch die Notwendigkeit evidenzbasierter Farbgestaltung, denn durch die Produktion, Lagerhaltung und den Vertrieb von Industrieprodukten entstehen den Unternehmen hohe Kosten. Ästhetische Konzepte müssen nicht mehr nur durch gestalterische Argumente, sondern durch Vergleichsanalysen und Forschungsergebnisse belegt werden. Was für Industrieprodukte gilt, gewinnt zunehmend auch für die Raumgestaltung an Bedeutung. Ein geeignetes Ambiente kann entscheidend zum Ziel der Nutzung beitragen und damit auch den Erfolg der Investition sichern. Fehlentscheidungen können das Gegenteil bewirken, was der Farbgestaltung große Verantwortung auferlegt, die sich in der öffentlichen Wertschätzung und dem Planungshonorar widerspiegeln muss. Was können Farbgestalter tun, um dieser Verantwortung gerecht zu werden? Wie können wir die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit einer evidenzbasierten Farbgestaltung überzeugen und damit die Grundlage auskömmlicher Planungshonorare schaffen?

Kurzvita Prof. Dr. Axel Buether
Handwerksausbildung zum Steinmetz; Studium der Architektur in Berlin und London; Realisierung zahreicher Projekte in Architektur, Design und Medienkunst;

Promotion im Grenzbereich von Neuropsychologie und Gestaltung zum Thema „Semiotik des Anschauungsraums – Die Bildung der räumlich-visuellen Kompetenz“; Autor zahlreicher Publikationen wie „Farbe – Entwurfsgrundlagen Planungsstrategien visuelle Kommunikation“;

seit 2006 Vorsitz „Deutsches Farbenzentrums – Zentralinstitut für Farbe in Wissenschaft und Gestaltung“, Ausrichtung von Fortbildungen, Fachkonferenzen und Wettbewerben, Herausgeber Bildungsplattform colour.education und Mitherausgeber Wissenschaftliches Journal colorturn.net;

2006–2012 Professur an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) im Lehrgebiet „Farbe Licht Raum“;

2012 Ruf auf die Professur „Kreativität und Wahrnehmungspsychologie“ der Hochschule Hannover

2013 Ruf auf die Pro­fes­sur „Gestal­tung und Gestal­tungs­theo­rie“ der Uni­ver­si­tät Sie­gen

seit 2012 Professor an der Bergischen Universität Wuppertal für das Lehrgebiet „Didaktik der Visuellen Kommunikation. 2012 Gründung Forschungslab „Farbe Licht Raum“; Empirisches Farbdesign in den Bereichen Produkt, Bildung und Gesundheit.

Jessica den Hartog: Recolored – A new way of recycling

A personal interpretation on the possibilities of recycled plastic. A material with its own quality and identity. The research arose from the preference to work with the material plastic and the absence of aesthetics in its recycling.

As a designer I started a research that serves as a library of colors and materials in a never ending process. All the possibilities of recycled plastic into new materials to provide me and others with aesthetic materials made from waste and 100% recycled.

During the process I focus on the plastic HDPE. HPDE in household goods or household waste is used in: packaging of detergents, personal care products and food. Started with a bale of HDPE plastic and separating this by color, I sorted, washed and recycled all by hand.

The material is recycled by means of the following industrial techniques: shredding, extrusion and compounding, injection molding, rolling, pressing and film blowing.

This gave me the opportunity to search for the limit of usefulness, technique, color and experiment. This boundary of opportunities and knowledge from the industry and myself excited me to walk new paths.

The ways in which materials and colors are used in the process will most likely change. It is a new way of thinking. It started from experimenting with materials and colors that already exist, to give them a second life, a better life.

Karine Steculorum: Color Navigator

I am a color navigator and can say that I am a true color addict. Not only by working and researching projects for many years in the creative field but also as partner of the company Color Navigator based on The Color Research Center, founded in 1995 by Ing. Luc Van Renterghem. Together with his research team, Van Renterghem examined how our brain interacts with color. The patented Color Navigator System is considered an authority when it comes to color and neuropsychology. My mission is to help companies understand the impact of color in every aspect of their business and apply it in their communication, design and innovation strategy. I coach companies to make the right color & design choices and create measurable results.
For me, color is the place where our instincts meet.

Why is color so important?

In 85% of all buying decisions, color is the dominant factor. Two thirds of everything we process and remember is visual. Colors are wavelengths of light that have an enormous influence on us. They have a permanent impact on our daily lives, our state of mind, performance, hormonal state, metabolism and so much more. And still, color is one of the most neglected and underappreciated aspects in design & development, as well as in most creative education programs in the world.
Color impacts your company results every minute. Any communication or advertisement of your brand, product range or project uses color in a certain way. Our brain will subconsciously pick-up your message based on the visual components. The question is: is the right message conveyed?

The right colors sell. But the right color for the right consumer in the right country sells even better. That is how our Color Experts use the ground-breaking Color Navigator System to eliminate any doubt. By making a clear color profile and developing tailored made Color Dashboards based on your market data and target audience, we are able to predict and map which colors will work. Better yet, these improvements are measurable over time and can be used at any level. Communicating those choices across divisions has never been easier.

We work together with independent and international color experts as well as art institutes & universities, where the Color Navigator System is part of an educational or research program involving color. We invest heavily in offering support to the color and creative professionals of tomorrow, we believe sharing knowledge with other professionals is key!

Prof. Dr. Paul W. Schmits: Lichtlabor

Im Lichtlabor sind ein Laser-Licht- Kunstwerk von Lene Weisner und drei Abschlussarbeiten zum Thema Licht und farbiger Oberflächen zu sehen. Diese werden in der Workshopzeit vorgestellt und diskutiert.

  • Wahrnehmungsunterschiede zwischen Licht- und Körperfarben: David Ruland
  • Biologische Wirksamkeit von Beleuchtung in Farbig gestalteten Räumen: Gregor Gärtner
  • Raumhelligkeit bei verschiedenen Wandoberflächen: Paul Matyschok

Prof. Paul W. Schmits leitet seit 2009 das Kompetenzfeld Lighting Design an der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst HAWK, Hildesheim. Zuvor war er 26 Jahre in der Leuchten-Industrie tätig Seine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind Lichtplanung, Wahrnehmung und Leuchten-Entwicklung. Er ist Mitarbeiter in zahlreichen Gremien und Organisationen u.a. im Technisch-Wissenschaftlichen Ausschuss der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft, Vorsitzender des Expertenforums „Innenraumbeleuchtung“, stellvertretender Vorsitzender des DIN Fachnormenausschusses „Innenraumbeleuchtung“ und deutscher Delegierter im CEN TC 169, WG2.
Seine beruflichen „Hobbys“ und „Treiber“ sind: Brückenbauen zwischen Licht-Technikern und –Designern; Entwurf einer auf Wahrnehmung basierenden Lichtplanung; Neugierde auf – noch – bessere, schönere und gesündere Beleuchtung.

Mark Braun: Farbe + Produkt, eine Sprache ohne Worte

Für mich ist der Wert der Farbe untrennbar mit Funktion und Identität im Produktdesign verbunden. Farbe als assoziative Sprache ohne Worte, die gekonnt eingesetzt dem Produkt erst Leben einhaucht ohne dabei zwingend modisch zu sein.

Vita: Mark Braun runs his own design studio in Berlin since 2006. His portfolio extends projects for several companies like Conmoto, hem, Lobmeyr, Northern, Nomos Glashuette, Thonet and many more. His products were honored with various awards, like IF Award, Red Dot, German Design Award and more. His studio editions have been on show at well known galleries like S. Bensimon, Paris and Libby Sellers, London and others.
Beside his studio projects Mark Braun has been visiting professor and guest lecturer at diverse universities such as HKD Burg Giebichenstein, Halle or ECAL Lausanne. Since 2015 he is professor for Industrial Design at HBK Saar.

Studio Mark Braun

Studio Besau-Marguerre: Die Umkehrung des White Cube

Die Umkehrung des White Cube vs. drei markante Farben
Elbphilharmonie vs. About You

Zwei Projekte eine Haltung – Wir sind Produktdesigner, Interior Designer, Stylisten und Visual Merchandiser. Wir denken von der Form und Funktion bis zur Farbe und Materialität, immer das Projekt und das große Ganze im Auge. Dabei begleiten uns grundlegende Fragestellungen:

Wie erleben wir Objekte und Raum?
Wie interagieren wir mit ihnen?
Wie benutzen wir sie?
Wie erinnern wir uns an sie?  

Wir geben Einblicke in unsere beiden Hamburger Interior Projekte. Der Möblierung der Elbphilharmonie, dem neuen Ort der Musik, in einem bemerkenswerten Gebäude von Herzog & De Meuron, sowie der Möblierung des Hamburger Fotostudios von About You, einer jungen und quirligen Modemarke.

Projekt: About You Interior Fotostudio
Konzept und Umsetzung: Studio Besau-Marguerre
Zeitraum: März bis Oktober 2017
Photo: Silke Zander www.silkezander.de

Axel Venn: Marketing mit Farben, Workshop

Bildsprachen im Übertönungswettbewerb
oder der Kampf um die ultimative Verlockung. 

Gemeinsamer Versuch der Teilnehmer eine Nomenklatura der nützlichen, idiotischen, nervigen aber auch zeitgeistigen und unterhaltsamen Tonlagen zu definieren.

Bildtitel mit polarisierenden Inhalten werden getextet und in Farbskizzen übersetzt. Weitere Themen und Formate sind vorgegeben, so u.a.:

  • Realität und Klarheit versus Fake und Betrug.
  • Ordnung und Ortung versus Unordnung und Chaos.
  • Bedeutsames und Einfaches versus Belanglosigkeit und Fiktion.

Material für Mitarbeit der Teilnehmer wird gestellt.

Markus Schlegel: System Color Codes – Hildesheimer Modell

Der Titel widmet sich einem Thema welches in der Wissenschaft seit spätestens dem 18. Jhdt. auf der Tagesordnung steht. Nämlich dem Drang, unabhängig von Subjektivem, den Weg zu objektiver Erkenntnis und Wissen zu gehen. Dieser Ansatz läuft auf die wie auch immer geartete Messung von Farbe und Wahrnehmung, auf Experimente und forschende Beobachtung mit objektivierbaren Instrumenten hinaus. Auch die Farbgestaltung steht somit wie vieles in der Gestaltung unter Beweispflicht. Was ist der objektive Wert von Farbe in der Gestaltung? 

„System ColorCode“ wagt den Ansatz das vielschichtige Thema Farbe in der Konzeption, der (forschenden) Gestaltung, Betrachtung und Bewertung zu systematisieren. Größen wie zum Beispiel der monetär, ideell oder technisch messbare Wert einer Farbe sind oft wenig greif- und vergleichbar aber Teil des Systems. Farbe als visuelle, kulturelle und ästhetische Codierung, als Leseebene für Natur, Stadt, Raum, Produkt, Objekt und Kommunikation ist schier unendlich und nach unserer Auffassung in den Grundzügen dennoch strukturier- und decodierbar und somit qualitativ bewertbar.

Der Ansatz „System ColorCode“ geht davon aus, gestalterische Prozesse und Einstellungen bezüglich Farbwirkung auf uns Betrachter ein Stück weit methodisch und strategisch steuerbar zu machen. Ziel ist, das, was tatsächlich objektiv bewertbar ist oder zu sein scheint, für Lehre und Wissenstransfer als System herauszuarbeiten um damit zukünftige ColorCodes bewusst und sicher einzustellen zu können.

Der Beitrag soll als Auftakt zur Tagung mit dem Titelt >> the value of color << Positionsbestimmung, Aushandlung zur Sprachregelung, pragmatische Denkmodelle und praktische Wege zu möglichen Bewertungsmaßstäben über systematische Farbgestaltungsprozesse aufzeigen. Das Hildesheimer Modell zeigt dabei anschaulich wesentliche gestalterische Anwendungsfelder und darin erprobte Farbstrategien. 

Kurzvita

Markus Schlegel ist ordentlicher Professor für Farb- und Architekturgestaltung sowie Projektentwicklung Farbe an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. 2004 gündet er das Institute International Trendscouting an der HAWK Fakultät Gestaltung mit Schwerpunkt Zukunftsforschung in der Gestaltung. Seit 2008 ist er aktives Mitglied des Dekanats als Studien- und Prodenkan. Neben Industriecoaching und Farbforschung konzipiert und kreiert er in diesem Zusammenhang Kollektionen, Farb- und Materialkonzepte für Innenräume und Fassaden sowie Farbmasterpläne. Er ist Mitinhaber des Designbüros ColorConcepLab und Kurator des Deutschen Farbenzentrums eV. und vertritt dort das Resort Zukunftsforschung Farbe. Schlegel ist in viele unterschiedliche Projekte involviert, hält Vorträge und veranstaltet Weiterbildungskurse, ist Jurymitglied von mehreren Wettbewerben und Verfasser zahlreicher Publikationen, stets zum Thema Farbe und Materialität in der Architektur und der Zukunftsforschung.

Justine Fox: Considering Color – The Branded Environment

Color is often one of the last considerations in design and professional specification and yet it is the first attribute to be processed by our brains when we interact with a product or space. This presentation takes a conscious journey through our subconscious associations and physically responses to hue, tint and tone to understand how we use color in reflecting global trends. We’ll look at how these colors should be adapted to make a real connection between brand and audience that affects consumer purchasing.

Justine Fox Bio

Justine Fox is a color expert and creative director with over 13 years’ industry experience. She works closely with brands to develop their unique storytelling through color in product and communications in her consultancy Material Color. Her diverse global client base includes companies from accessories, art, automotive, branding, coatings, electronics, eyewear, flooring, food services, homeware and solid surfaces.

Responding to requests from industry, Justine recently co-founded Calzada Fox, a new educational color consultancy. Its mission ‘Untold Ideas’ aims to democratize color and empower professionals through the development of their understanding and use of business focused color.

Justine is an experienced speaker on colour design having held seminars and hosted workshops both privately and at some of the most exciting design exhibitions around the world. She’s a member of the Colour Group GB and an advisory expert for the NCS Global Trend Program.

Lutz Forster: Color on Stock – Farbe im Film

„It easier to make color look good.
But harder to serve its story“ R. Deakins

Farbe als psychologischer Prozess im visuellen Geschichten erzählen. Farbe als Hauptattribut um den Filmverlauf zu beeinflussen.

Neben Farbharmonien wird Farbe im Film genutzt um bedeutendere Dinge einer Geschichte zu erzählen, so wie voran zu treiben.

Psychologisch ist man in der Lage mit nur einer Nuance eine unterbewusste Stimmung bei dem Betrachter zu erzeugen.

Sei es eine Ära, eine Transformation, die Entwicklung eines Charakters oder auch die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken.

Lutz Forster – KURZPROFIL

Lutz Forster, C.S.I. arbeitet als Vollzeit Digital Colorist in Berlin. Während seines B.A. Abschluss an der HAWK Hildesheim begann er in einer Produktionsfirma für Werbefilm und Musikvideos tiefere Schritte in das Feld der Nachbearbeitung von Bildmaterial zu machen. Dabei lag das Hauptaugenmerk in der Farbkorrektur und dem Color Grading von gedrehten Bildmaterial. Er Arbeitet zur Zeit als Freelancer an nationalen und internationalen Produktionen und ist seit Anfang 2017 ein volles Mitglied der Colorist Society International.

Sein Feld bedient dabei Spielfilm, Werbefilm, Serien und Musikvideos.

Jörg Niederberger: fou l’Art

«renkleri ve Şekil – Farben & Formen«

In mehrtägigen Workshops erlernen und entwickeln Frauen und Mädchen der Werkstätten im Çatom von Kızıltepe/ Mardin, ganz im Südosten der Türkei nahe der syrischen Grenze, spielerisch einen neuen Blick auf ihre ureigenen Quellen und Ressourcen, um daraus hervor neue Gestaltungen zu entwickeln. Anfangs Übungen, die bald zu praktischen seriell anwendbar reifen Lösungen finden für Foulard, Pareos oder Kopftüchern; Accessoires, die den ausführenden Frauen selber nicht unbekannt sind.

Um, weit ab von gestalterischen Vorgehensweisen, die aus Entwürfen geschehen, die nicht in Ahnentraditionen ihre Wurzeln haben, sondern individuelle Züge tragen dürfen, oder gar sollen, ging es darum, gestalterischen Verfahren zu finden anzuwenden, die umgehend zu Erfolgen führen.

Mittels eines simplen Design-Verfahrens, einer eigentlich großen Einschränkung, ließ sich eine vielfältige Art von vergleichbarer »Einheit« bilden, bei der die gestalterische Autorschaft zurücktritt und gleichzeitig dennoch die gestalterische Intelligenz preisgibt.

Durch serielle Verfahren ästhetisieren sich die verschiedenen Handschriften und entwickeln sich zu einem gestalterischen Ausdruck einheitlichen, doch freien Charakters, der sich gemeinsam erüben lässt.

Neben Ideenfülle wird auch Geduld und Fleiß geschult. Herkunft, ideeller Ansatz, Ausgeklügeltheit oder sich repetierende Abweichungen, verraten nicht mehr den Stand der Schaffenden als Anfänger oder Fortgeschrittene, denn in repetitiven Verfahren ästhetisieren sich die unterschiedlichen »Entwicklungsstufen« und können dennoch einzigartig »schön« sein.

Im Workshop wird das Projekt vorgestellt, und die pädagogisch, methodisch didaktischen Ansätze erläutert, das Verfahren schließlich aber handwerklich auch selbst ausgeführt, um es anschließend zu be»gut«achten, aber vor allem um es selber »be-griffen« zu haben.

Es besteht dabei auch die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben, um mit seinen Fähigkeiten und Interessen, Teil des Engagements zu werden.

Axel Voelcker & Martin Brandes: Digitale Transformation Farbe

Wie virtuelle Welten und neue Technologien in der Visualisierung das Vorstellungsvermögen stimulieren.

Im Zentrum des Vortrags steht die Frage nach den Möglichkeiten der „Digitalen Transformation“ im Bereich der Farbe und Gestaltung, welche neuen Technologien beeinflussen oder verändern nachhaltig den Prozess der Selektion und die Darstellung von Farbe und Material.

  • Analog – Mensch – Digital / Herausforderung
  • Visualisierungsmethoden
  • Farbmodelle (Subtraktiv Vs. Additiv)
  • Digitalisierungsprozess, Spektralvermessung, einheitliche Digitalisierung Pipeline
  • Praxisbeispiel: Vom Gebinde (Farbe) zur digitalen / fertigen Textur
  • Kommunikationsmedien zwischen Gestalter / Designer, Architekt und Kunde
  • Vom Original ins Digital, Praxisbeispiele Abmustern oder Einmessen
  • „Digitale Transformation eines Farbtons“

Axel Voelcker
DAW SE | Head of Visualization „Digital Customer Experience“ | Ober-Ramstadt

Ausgebildeter Gestalter und Meister im Maler- und Lackiererhandwerk entwickelte seit 2003 individuelle Oberflächen für den Farbenhersteller CAPAROL. In den Jahren 2004-2007 folgte die Ausbildung zum Multimedia Designer in Frankfurt am Main, was ihn unter anderem zu Lehraufträgen im Bereich des digitalen Projection Mappings an der Fakultät für Gestaltung der HAWK Hildesheim führte.
Nach führender Position ‚Digital Colour & Design‘ im FarbDesignStudio übernahm er 2015 das ‚Digitale Marketing‘ der Marke CAPAROL und leitet seit Juli 2018 in der DAW SE Abteilung ‚Digital Customer Experience‘ den Bereich der Visualisierung. Zu weiteren Funktionen bei der DAW SE zählen heute u.a. auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für die Industrie und das Handwerk.

Martin Brandes
HAWK Hildesheim | Leitung Farbdesignwerkstätten, Fakultät Gestaltung

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Leitung der Farbdesignwerkstätten an der HAWK Hildesheim, dessen Schwerpunkte konzeptionelles Design, kreative Konzeption, Farbe & Oberfläche und Farbe digital bilden. Neben dem Anspruch Studierenden Grundlagen der Gestaltung mit Farbe, des Projektmanagements näher zu bringen und Projekte sowie Abschlussarbeiten zu betreuen, gilt sein Interesse allen Facetten des Designbegriffs, begonnen bei analogem Design bis digitalen Anwendungen.
seit 2011
WiMi, Dozent & Leitung Farbdesignstudio & Labor, Fakultät Gestaltung, HAWK Hildesheim

Stationen
Creative Direction _ Locus Analytics (Think Tank/StartUp), New York City
Designer & Projekt Manager _ rahe & rahe design, Göteborg
Designer & Berater _ NCS Color AB, Stockholm
Designer _ Caparol AB Schweden, Göteborg
Studium _ Fachhochschule Hildesheim – Farbdesign & Corporate Design

Prof. Patrick Pütz: Raumlabor

Im Raumlabor wird im Raum und mit Raum experimentiert, präsentiert, diskutiert, gearbeitet und gelacht. Mit allen Sinnen erlebt man hier Projekte und Experimente und das immer real. Denn für uns gibt es nur eine Realität und diese wird durch analoge und digitale Arbeiten, Prozesse oder Werkzeuge gestaltet.

Die Arbeit „MINDFUCK“ von Lukas Jaeschke, Danielle Seiter, Kaya Chenoa Strizek und Anika Warncke ist ein abstraktes virtuelles multisensorisches Erlebnis, das mit Raum, Farbe und Emotion spielt und dem Nutzer zugleich ein Labyrinth von Erwartung und Wahrnehmung bietet.

Farbe nimmt in unserem Alltag einen hohen Stellenwert ein – sie beeinflusst aktiv sowie passiv die meisten unserer Entscheidungen. Wir gehen bei grün und stoppen bei rot. Beim Spazieren gehen in saftig grüne Wälder fühlen wir uns erfrischt und tanken Energie. Beim Tiefenentspannen am Wasser wirkt die Vielfalt von Blautönen auf uns.
Es wurde häufig bewiesen, dass Farben Emotionen beeinflussen. Wut, Glück, Trauer und ebenso das Gefühl der Ruhe werden durch Farben repräsentiert bzw. ausgelöst und durch kontrastierende auditive Sinneseindrücke kontrastiert und erzeugt den abstrakten Mindfuck, den der Nutzer bei Eintritt des Erlebnisses erfährt. Da Farbe jedoch auch einen sentimentalen individuellen Wert für jeden Menschen besitzt wird bei dem abstrakten multisensorischen Sinneserlebnis für jeden eine einzigartige Reise herauskommen.

Prof. Patrick Pütz ist seit 2016 an der Fakultät Gestaltung der HAWK am Kompetenzfeld Innenarchitektur verantwortlich für den Bereich Temporäre Räume und Markenarchitektur. In seinen Kursen bewegen sich die Studierenden stets zwischen mehreren Disziplinen, um diese neu zu verknüpfen und so noch unbekanntes Terrain zu entdecken und zu erkunden.

Er arbeitete zuvor selbstständig mit seinen Büro COR5 in Köln, leitete als Kreativ Direktor die Architektur und Designabteilung von Walbert-Schmitz in Aachen und ist seit 2006 Mitglied der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

Prof. Dr. Karl Schawelka: Farben als Signale

Wir alle wissen, dass die Signalwirkung bei Verkehrsschildern oder Flaggen stark von deren Farben abhängt. Mühelos lassen sich auch andere Beispiele wie das Blaulicht, der Feuermelder oder auch die vielerlei Kontrolllämpchen für den Gebrauch von Farben als Signale finden. Biologisch gesehen dürfte der Signalcharakter von Farben sogar grundlegend sein, denn ein Organismus opfert nur dann kostbare Ressourcen, um auffallende Farben hervorzubringen, wenn er damit anderen Organismen etwas mitteilt, das dem hervorbringenden Organismus nutzt. Umgekehrt muss ein Organismus lernen, die für ihn relevanten Signale aus der Umgebung herauszupicken und den Rest vergessen. Es gibt aber auch Regeln dafür, wie ein Signal je nach den Umständen sowie dem jeweiligen Adressaten beschaffen sein sollte, damit es wirksam wird und nicht beispielsweise im Hintergrundrauschen verschwindet. Wir Menschen bauen auf diesen biologisch und wahrnehmungspsychologisch angelegten Gegebenheiten auf, auch wenn wir sie in unseren verschiedenen sozialen Lebenswelten im Verlauf der kulturellen Entwicklung ungeahnt erweitert, verkompliziert und verfeinert haben. Im Vortrag sollen diese Regeln vorgestellt und vorzugsweise anhand von Beispielen aus der Warenwelt analysiert werden.

Karl Schawelka

  • geboren 1944 in Fürth/Bay.
  • hat nach dem Abitur von 1964 bis 1969 an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg Malerei studiert, gefolgt von einem Studium der Kunsterziehung an der Akademie der bildenden Künste in München, das er 1971 mit dem Staatsexamen abschloss.
  • Von 1971 bis 1977 studierte er Kunstgeschichte in München und Paris.
  • 1978 erfolgte die Promotion in München mit einer Arbeit zur Kunsttheorie von Eugène Delacroix.
  • Von 1978 bis 1984 war er wiss. Assistent an der TU München, von 1984 bis 1988 wiss. Angestellter an der Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Dem schloss sich (von 1988 bis 1993) eine Zeit an der Gesamthochschule Kassel-Universität zunächst als Vertretungsprofessor und dann als Professor für ‚Kunstgeschichte der Moderne’ an.
  • 1989 erfolgte die Habilitation an der TU München.
  • Das Thema der Habilitationsschrift lautete: Quasi una musica. Untersuchungen zum Ideal des „Musikalischen“ in der Malerei ab 1800.
  • Von 1993 bis 2010 vertrat er das Gebiet ›Geschichte und Theorie der Kunst‹ an der Fakultät Gestaltung der Bauhaus-Universität Weimar, der er zweimal als Dekan vorstand.
  • Daneben war er von 2002 – 2007 1. Vorsitzender des deutschen Farbenzentrums e.V.
  • Nach der Versetzung in den Ruhestand lebt er weiterhin in Weimar, wo er noch Absolventen, Doktoranden und PhD-Studenten betreut.
  • Er ist verheiratet mit der Volkskundlerin Anne Feuchter-Schawelka.
  • Die Tochter Laura Schawelka ist zur Zeit Studentin der Freien Kunst (MfA).
  • Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen im Bereich Farbe und Wahrnehmung, Kunsttheorie, Gegenwartskunst und Kunst im öffentlichen Raum.

Jörg Niederberger: Kunst Farbe Poesie

Kunst – und im Zusammenhang mit Architektur kann dies Farbe sein – weckt Sinnlichkeit.

Das linear logische Verständnis rückt in dieser Umgebung in den Hintergrund und schenkt dem Raum, was das Herz direkt anzusprechen vermag.

Farbe ist die poetisch kongruente Komponente bei Bauten, die man als nutzbare Plastiken begreifen kann. Neben dem Zweck, der unterschiedlichsten Ansprüchen und Verwendungen zu dienen hat, wirken die Farbsetzungen und -konzepte, seien sie industriell oder manuell hergestellt, sinnlich auf die emotional gestimmten Gemüter der Menschen, denen die Gebäude förderliche Umgebungen sein sollen. Innen wie außen.

Farbe & Bau-Projekte, als nicht artifizielle Farb- und Formgestaltungen, sind sinnlich komplexe Interaktionen von Kunst in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Ausgehend von der Kunst, wird im Vortrag die Intention der Position der Farbe erörtert und mittels Beispielen aus der Praxis deren unterschiedlichen Einsatzorte aufgezeigt.

Friedrich Weltzien: Farbe als Material

Im Sprechen über Farbe im Design ist zunächst ihr chromatischer Wert adressiert: Farbton, Tiefe, Temperatur, Sättigung, Kontrast, aber auch Fragen der psychologischen Rezeption oder des symbolischen Gehaltes machen sich an dieser Qualität fest. Aber Farbe ist nicht nur Chroma, sie beruht immer auch auf einem materiellen Träger, der das Licht in einem bestimmten Spektrum reflektiert. Im Zentrum meines Vortrags soll Farbsubstanz als Instrument der Gestaltung stehen. Wie benutzen Künstler*innen und Designer*innen Farbe, um zu gestalterischen Lösungen zu gelangen? Hieran lassen sich Probleme von Plastizität, von Lebendigkeit, von Räumlichkeit und Körperlichkeit (im Gegensatz zum reinen Oberflächenphänomen der Chromatik) der Farbe deutlich machen.

Vita Prof. Dr. Friedrich Weltzien

Friedrich Weltzien ist Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler, seit 2013 Professor für Kreativität und Wahrnehmungspsychologie an der Fakultät III der Hochschule Hannover, Abteilung Design und Medien. Die Habilitation erfolgte 2011 mit einer Arbeit zu Fleckentheorien des 19. Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin, 2003 Promotion an der Universität zu Köln zum Körperbild in der Malerei der 1940er Jahre.

Forschungsschwerpunkte liegen in der Kunst- und Designtheorie vom 18. bis ins 21. Jahrhundert im Grenzbereich zwischen Kunst-, Medien- und Wissenschaftsgeschichte. Dazu zählen Themen wie Animalität und Ästhetik, Medientheorie der Mode, Comicgeschichte oder experimentellen Bildpraktiken. Ein methodischer Fokus ist auf die Produktionsästhetik gerichtet.

Weitere Informationen: www.theoriestudierende.de/.

Barbara Diethelm: Akzente setzten mit Effektfarben

In diesem Workshop erproben Sie und experimentieren Sie mit den verschiedenen Effektfarben: Von den faszinierenden Interferenzfarben, die hauchzarte, changierende Farbtöne auf hellen Oberflächen, intensiv schillernde Töne auf dunklen Untergründen ermöglichen, über die edlen metallisch-schimmernden Bronzefarben bis zu den Perlmuttglanzfarben.
Sie lernen die verschiedenen Anwendungen, Wirkungen und Kombinationsmöglichkeiten kennen und erstellen Ihr eigenes „Farbzauberspektrum“.
Anhand von Praxisbeispieln aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur und Kunst am Bau erfahren Sie die gezielte und spezifische Umsetzung dieser Effektfarben, die neue Dimensionen in der Raumgestaltung eröffnen können.

Kurzbiographie:
Barbara Diethelm ist in Zürich geboren, studierte Malerei und Geisteswissenschaften in San Antonio (St. Mary’s University) und San Franscico (San Francisco Art Institute).
1990 kehrte sie in die Schweiz zurück und trat in das Familienunternehmen Lascaux ein, welches sie seit 1994 in zweiter Generation führt. Gleichzeitig entwickelte sie in zahlreichen Werkgruppen ihr malerisches Werk, begleitet von regelmässigen Ausstellungen. Als Malerin und Farbenherstellerin sieht sie ihre künstlerische Praxis und die Farbherstellung als Vermittlung zwischen der schöpferischen und der materiell-manifesten Ebene.
Gemeinsam mit Ihrem Mann, dem Maler Werner Schmidt gründete sie die 2004 die Fondation Lascaux.

Zukunftstil: Trend- und Stilwelten

Die Kombination von Farbe, Material, Oberfläche und Form prägt in besonderer Weise einen Stil und gibt ihm eine individuelle Sprache und Logik. Eine Trendwelt spiegelt dabei das aktuelle Lebensgefühl der Gesellschaft und die visuelle Ästhetik im Design wider. Collagen und Moodboards unterstützen hier die Darstellung neuer Designideen und erleichtern die Kommunikation im Gestaltungsprozess – sie helfen uns Farbkonzepte visuell und inhaltlich zu begreifen.
In dem Workshop „Trend- und Stilwelten“ bekommen Sie Einblicke in den Prozess des Trendscoutings und in die Kreation von Stilen. Sie erstellen anhand von Bildern, Farben und Materialien stilistisch geprägte Farb-, Design- und Materialcluster und gestalten mithilfe von Collagen die visuelle Umsetzung von Produkt-, Raum- oder Farbkonzepten. In einer abschließenden gemeinsamen Diskussionsrunde bekommen Sie Hilfestellung bei der kreativen Interpretation und Präsentation.

Referentinnen: Dipl. Des. MA Livia Baum, MA Jutta Werner

Vita
Die Farb- und Trendagentur zukunftStil beschäftigt sich mit der Erstellung von Kollektionen sowie Farb- und Designkonzepten für Unternehmen aus den Bereichen Interieur, Produkt, Farbe, Material und Muster. Ziel ist es, Unternehmen neue Impulse zu geben und sie gemeinsam kreativ zu unterstützen.
Die beiden Farbdesignerinnen Livia Baum und Jutta Werner sind zudem langjährige Partner des Institute International Trendscouting IIT der Fakultät Gestaltung an der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim. Farbforschung und Trendscouting bilden das Kernsegment ihrer Tätigkeit. Durch eine methodische Vorgehensweise analysieren sie gezielt zukunftsrelevante Innovationen im Designbereich und fördern diese durch kreative, nachvollziehbare Trendkonzepte. Zusätzlich werden in enger Verbindung mit der HAWK wissenschaftliche Studien auf dem Gebiet der Zukunftsforschung durchgeführt.
www.zukunftstil.de

zukunftStil

Axel Voelcker & Martin Brandes: VR – Virtual Reality

Praktische Erprobung und erfahren von Virtuellen Welten.
Kunden bewegen sich in simulierten, dreidimensionalen Räumen, nahe dem Abbild der eigenen Wohnräume, die neu gestaltet werden sollen. Bodenbelag, Möblierung und natürlich die Wand- und Deckengestaltung lassen sich per Klick variieren, ganz nach Belieben. Was momentan schon hoch im Kurs und tatsächlich aber erst am Anfang steht, ist die sogenannte Virtual Reality (VR). Ganz neue Erlebniswelten entstehen und bieten speziell für die Rauminszenierung einmalige Möglichkeiten Farbgestaltung zu präsentieren. Zwar ist das System noch einigermaßen kostspielig in der Anschaffung, die Customer Experience ist jedoch zweifellos einzigartig. Heute gibt es bereits einige, bezahlbare Tools, die Handwerker, Raumgestalter und Designer für die besondere Art des Marketing einsetzen können, um auch anspruchsvolle Kunden begeistern.

Axel Voelcker
DAW SE | Head of Visualization „Digital Customer Experience“ | Ober-Ramstadt

Ausgebildeter Gestalter und Meister im Maler- und Lackiererhandwerk entwickelte seit 2003 individuelle Oberflächen für den Farbenhersteller CAPAROL. In den Jahren 2004-2007 folgte die Ausbildung zum Multimedia Designer in Frankfurt am Main, was ihn unter anderem zu Lehraufträgen im Bereich des digitalen Projection Mappings an der Fakultät für Gestaltung der HAWK Hildesheim führte.
Nach führender Position ‚Digital Colour & Design‘ im FarbDesignStudio übernahm er 2015 das ‚Digitale Marketing‘ der Marke CAPAROL und leitet seit Juli 2018 in der DAW SE Abteilung ‚Digital Customer Experience‘ den Bereich der Visualisierung. Zu weiteren Funktionen bei der DAW SE zählen heute u.a. auch die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen für die Industrie und das Handwerk.

Martin Brandes
HAWK Hildesheim | Leitung Farbdesignwerkstätten, Fakultät Gestaltung

Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Leitung der Farbdesignwerkstätten an der HAWK Hildesheim, dessen Schwerpunkte konzeptionelles Design, kreative Konzeption, Farbe & Oberfläche und Farbe digital bilden. Neben dem Anspruch Studierenden Grundlagen der Gestaltung mit Farbe, des Projektmanagements näher zu bringen und Projekte sowie Abschlussarbeiten zu betreuen, gilt sein Interesse allen Facetten des Designbegriffs, begonnen bei analogem Design bis digitalen Anwendungen.
seit 2011
WiMi, Dozent & Leitung Farbdesignstudio & Labor, Fakultät Gestaltung, HAWK Hildesheim

Stationen
Creative Direction _ Locus Analytics (Think Tank/StartUp), New York City
Designer & Projekt Manager _ rahe & rahe design, Göteborg
Designer & Berater _ NCS Color AB, Stockholm
Designer _ Caparol AB Schweden, Göteborg
Studium _ Fachhochschule Hildesheim – Farbdesign & Corporate Design