Mia Krämer: Wie fühlt sich ein Film an?

Farben beeinflussen auf eine sehr intuitive Weise die Erzählung einer Filmgeschichte und die Filmstimmung. Beruhend auf etablierten Farbsymboliken und Assoziationen, welche auf unserer Alltagswahrnehmung basieren, wird die Filmatmosphäre unbewusst wahrgenommen und interpretiert. Das Ziel meiner Bachelorthesis war es, das Unbewusste durch die Analyse und Systematisierung gängiger Farbdramaturgien offensichtlich zu machen und gleichzeitig zu begründen.
Farbe bietet die Möglichkeit, über die Narration hinaus Inhalt zu vermitteln. Mit der Wahl von Quantitäten, Intensitäten und Kontrasten werden wichtige dramaturgische Entscheidungen getroffen, da sie die Filmatmosphäre und damit die Bildwirkung extrem verändern können. Harmonie und Disharmonie werden erzeugt und eine kompositorische Spannung aufgebaut. Farbe bietet Platz für den emotionalen Überschuss der Erzählung und wirkt physisch erregend. Sie ist die Sprache der Emotion, bringt diese zum Ausdruck und löst sie aus.

Spannend wird die Farbgebung vor allem, wenn man sie in Verbindung mit anderen gestalterischen Mitteln betrachtet. Auch die Materialität und die Formsprache der Bilder übernehmen unter anderem eine wichtige Rolle.
Nach der analytischen und wissenschaftlichen Herangehensweise war mir auch eine experimentelle Auseinandersetzung mit dem Thema möglich. Ich stellte mir die Frage, ob man einen Film haptisch und visuell greifbar machen kann.

Wie fühlt sich ein Film an?

Mia Krämer ist Absolventin des Kompetenzfeldes Farbdesign der Fakultät Gestaltung an der HAWK Hildesheim.